Current Social and Economic Issues

GA 332b — 19 April 1919, Dornach

Abschiedsworte an die Mitglieder

Ansprache Rudolf Steiners vor seiner Abreise nach Stuttgart [Karsamstag]

Meine lieben Freunde! Da die Abreise sich noch etwas verzögert hat, bin ich in der Lage, nun endgültig von Ihnen Abschied zu nehmen. Es ist Ihnen ja bekannt, dass zurückbleibt jetzt die Sorge hier für die Schweiz für die eben auch im Druck beendete, und ich hoffe, recht bald erscheinende Schrift über die soziale Frage. Ich darf Ihnen wohl noch einmal, nach dem, was ich letzten Montag hier gesprochen habe, diese Schrift besonders ans Herz legen. Ich habe ja es ausgesprochen, dass ich besonders erhoffe, dass hier in der Schweiz einiges in dem Sinne getan werden kann, in besonders fruchtbarer Art, was mit dieser Schrift intendiert ist, und zwar aus dem Grunde, weil in Ost- und Mitteleuropa dasjenige, was zunächst zu geschehen hat, was dringende Notwendigkeit ist, gewissermaßen schon durch den Zwang unmittelbar für die allernächste Zeit herausgefordert ist. Hier in der Schweiz dauern noch eine Weile Verhältnisse, die hergebracht sind. Hier ist man daher noch in der Lage, manches, wozu die andern gezwungen sind, aus freiem Willen zu tun.

Nun ist es einmal so in unserer gegenwärtigen Menschheitsentwicklung, dass dasjenige nur besonders fruchtbar, wirklich fruchtbar sein kann, was aus dem freien Willen, aus der freien Initiative der Menschen heraus geschieht. Könnte man sich an solchem Orte, wo es noch möglich ist, ohne dass der Zwang furchtbar sprechender Tatsachen dazu auffordert, könnte man sich an solchem Orte aufraffen, um aus freiem Willen dasjenige zu tun, was schließlich nur erkannt werden kann in geisteswissenschaftlicher Weise, so würde etwas ungeheuer Bedeutsames dadurch eben, durch diese Initiative des freien Willens, geschehen können. Aus diesem Grund darf jetzt noch auf schweizerischem Boden ausgesprochen werden, dass hier ganz besondere Hoffnungen möglich sind.

Nun, meine lieben Freunde, Sie wissen ja, dass dasjenige, was nun seit nahezu zwei Jahrzehnten als anthroposophische Geisteswissenschaft angestrebt wird, viel, viel Anfechtungen erfahren hat. Es ist jedenfalls anzunehmen, dass zunächst dasjenige, was in dieser sozialen Schrift ausgesprochen ist, weil es gewissermaßen noch an breitere, viel breitere Öffentlichkeit appelliert, von vielen, die nicht umdenken können - und umdenken ist heute eben notwendig -, recht starke Anfechtungen erfahren wird. Man wird alles Mögliche finden einzuwenden: Unpraxis, phantastisches Im-Wolkenkuckucksheim-Schweben, Widersprüche; bei den Letzteren werden die Leute besonders einhaken, weil die Schrift aus dem Leben ist und aus der wirklichen Praxis ist, und das Leben und die Praxis selber Widersprüche haben, man also es leicht hat, bei ihr Widersprüche nachzuweisen. Da werden die Philister, die Spießer, all diejenigen, die gerne nach Widersprüchen krebsen, eine reiche Ausbeute haben können; da werden sich anhängen können all diejenigen Dinge, die, wie Sie ja oftmals gehört haben und auch sonst wissen, aus dem Tratsch stammen, die eigentlich so sind, dass man sich gar nicht gern mit ihnen beschäftigen möchte, und nur immer wieder mit ihnen beschäftigen muss, weil es doch da und dort immer wieder ein Mitglied unserer Gesellschaft gibt, das nicht den richtigen Standpunkt über die Dinge einnehmen kann. Wundern muss ich mich doch immer wiederum, dass - während meine in sich zusammenhängende schriftstellerische Weltanschauungsarbeit seit dem Beginn der Achtzigerjahre vorliegt und in ihren wesentlichsten Zügen von jedem seinem Wert und seinem Inhalte nach geprüft werden kann -, dass doch immer wieder und wiederum sich auch unter den Mitgliedern solche Menschen finden, die nicht den richtigen Standpunkt der selbstverständlichen Zurückweisung all der Blödigkeiten finden, die sich auftun, wenn da oder dort zum Beispiel gesagt wird, wie jetzt von einer besonders törichten Seite her, gesagt wird, dasjenige, was ich zu lehren gehabt, stamme aus dieser oder jener Quelle, aus diesem oder jenem mysteriösen Orte oder von diesem oder jenem Menschen; dass nicht alle unsere Mitglieder so gescheit sind, einzuwenden: Ja, die Arbeiten liegen doch seit den Achtzigerjahren vor. Und was tratscht ihr denn für törichtes, dummes Zeug. - Es ist doch nicht nötig, nach dem Tratsch dasjenige zu beurteilen, was öffentlich seit Jahrzehnten vorliegt; dass nicht alle unserer Mitglieder schon so gescheit geworden sind, das ist dasjenige, was mit einer gewissen Bitterkeit erfüllen könnte. Denn dasjenige, was hier zu beurteilen ist, das ist ja jedem ganz offenbar, das ist jedem vorliegend. Und wenn Menschen dennoch zu mir kommen und immer wiederum fragen: Ja, ist das wahr? Ist das wahr? und so weiter, ist dort nun wieder ein Kanal, da wird das und jenes gesagt. Es sind ja alle Materialien da, um die Dinge zu widerlegen. Sie sind da, seit langer Zeit gedruckt. Das sind Dinge, die sich natürlich auch anheften, meine lieben Freunde, an dasjenige, was jetzt wirklich aus den Offenbarungen der Menschheit heraus gerade durch diese soziale Intention, die in diesem Buche zum Vorschein kommt, anhängen werden. Und deshalb darf ich noch diese paar Worte heute hier anfügen, dass doch unter unseren Mitgliedern sich wenigstens eine gewisse Zahl finden sollte, welche das, was da in die Welt gesetzt wird, in der richtigen Weise versteht und wirklich seinem Inhalte nach nimmt, nicht nach allerlei mysteriösen Vorstellungen und Andeutungen und so weiter. Es ist ja nicht notwendig, meine lieben Freunde, dass wir durchaus aus geheimnisvollen Andeutungen heraus immer unsere Dinge färben, sondern unsere eigentliche Aufgabe ist: wirklich mit dem, was aus den gerade tiefsten Forderungen der Gegenwart resultiert, vor die Welt unerschrocken und unbekümmert hinzutreten und auch einzutreten in einer solchen Weise, wie heute eigentlich nur der Anthroposoph für diese Dinge eintreten kann. Denn Anthroposophie soll nicht nur dem Menschen geben dasjenige, was er dem Inhalte nach so oder so denken kann. So sonderbar es klingt, meine lieben Freunde: Dasjenige, was heute eine Hauptforderung der Gegenwart ist, das ist, dass die Menschen gescheiter werden. Und Anthroposophie sollte auf allen Gebieten des Lebens die Menschen dazu eben bringen, sie gescheiter zu machen, sie beweglicher zu machen in ihrem Denken, ihnen dasjenige zu geben, was die Menschen heute so gar nicht haben: die Möglichkeit, von etwas überzeugt zu werden.

Ja, meine lieben Freunde, bedenken Sie auf diesem Gebiete dasjenige, was vielleicht zum Allernotwendigsten in der Gegenwart gehört. Gegenüber jenem Aufruf, der vor einiger Zeit erschienen ist, der ja von Tausenden von Menschen gelesen hat werden können, der viel besprochen worden ist, auch gegenüber diesem Aufruf haben manche gerade charakteristische Persönlichkeiten gesagt, sie können dasjenige, was darinnen ist, nicht verstehen. Ja, meine lieben Freunde, das ist eben gerade das ungeheuer Traurige, dass Leute, die Jahre hindurch in den letzten schweren, katastrophalen Jahren der Menschheit alles geglaubt haben, alles haben verstehen können, was ihnen zu glauben befohlen worden ist, dass Menschen, die ganz bereit sind, dasjenige anzunehmen, worüber sie nichts anderes haben als einen Befehl von oben, dass die dasjenige, was an ihre Freiheit appelliert, an ihr freies Verständnis, einfach wenn es nicht in den denkgewohnten Geleisen läuft, so begrüßen, dass sie sagen: Ja, da braucht man nähere Erläuterungen, das kann man nicht verstehen. - Das ist schon dasjenige, was zum Traurigsten in der Gegenwart gehört, dieses Sich-Stemmen gegen Eine-Überzeugung-Bekommen, dieses aus dem furchtbarsten Unverständnis gegenüber den Menschheitsforderungen hervorgehende brutale Entgegnen: Das kann man nicht verstehen, das ist abstrakt, oder dergleichen. Gerade diejenigen Menschen, die unter der furchtbaren Zwangsjacke der Zensur, oder der Zensuren der verschiedenen Länder, alles hingenommen haben, die jedes Wort, was von oben gekommen ist, nachgeplappert haben, und wenn es noch so blödsinnig war, die können dasjenige nicht verstehen, was an ihr freies Gemüt, an ihre freie Seele appelliert.

Aber heute stehen wir einmal auf einem Zeitpunkte, wo nur dasjenige entscheidend sein wird, was die Menschen an ihr freies Verständnis herankommen lassen, nur dasjenige Bedeutung haben wird, was die Menschen sich nicht gebieten lassen zu verstehen, sondern was die Menschen aus ihrem Innersten heraus verstehen wollen. Deshalb ist es auch sehr richtig, was mir vor Kurzem ein Mann der hiesigen Gemeinde gesagt hat über den sozialen Vortrag, den ich hier gehalten habe: Ja, es sagen ja einige, dass sie ihn nicht verstanden haben: Das sind eben diejenigen Leute, die nicht verstehen wollten die Leute wollten eben nicht verstehen. - Das müssen wir immer im Auge behalten, das muss unsere strenge, gerade Richtung sein, was mit diesen Worten gesagt ist. Darum handelt es sich. Dasjenige, was gebraucht ist in der Zukunft, ist nicht Änderung der Einrichtungen aus den alt-gewohnten Gedanken heraus, dasjenige, was gebraucht wird für die Zukunft, sind neue Gedanken, neue Impulse und insbesondere das Bewusstsein, dass dasjenige, was man in alter Weise gedacht hat, nicht weiter brauchbar ist.

Und vor einer gewaltigen Entscheidung steht die Gegenwart. Gerade Sie sollten nicht immer wiederum kommen mit dem: Da ist schon das, da ist das gesagt worden, da ist jenes gesagt worden. Gewiss, mancherlei ist gesagt worden. Aber darum handelt es sich nicht. Um das Zusammenfassen von einem großen Gesichtspunkte aus, von demjenigen Gesichtspunkte aus gerade, der aus den Forderungen der unmittelbaren Gegenwart heraus folgt, darum handelt es sich. Können wir uns als Anthroposophen auf diesen Boden stellen, dann werden wir in den Wirren der Zeit da oder dort unsere Persönlichkeit hinstellen können, sodass Sie wirklich Bedeutungsvolles, wenn es auch noch so in kleinem Kreise ist, in die Gegenwart hineinwerfen können.

So möchte ich namentlich, dass Anthroposophie nicht unfruchtbar bleibe gerade in dieser sozialen Arbeit, dass Sie nicht etwa nur die Dinge wie zwei nebeneinandergehende Sachen betrachten, sondern sie durchaus so betrachten, dass das eine das andere trägt, und Sie sich bewusst sind, dass die Menschen, die niemals in der letzten Zeit hören wollten auf irgendeine geistige Vertiefung der Weltanschauung hin, dass die natürlich zunächst möglichst ungeeignet sind, diejenigen sozialen Impulse zu verstehen, die gerade hier gegeben sind. Aber umso mehr muss man an die Verpflichtung denken, wenn man die anthroposophische Grundlage hat, etwas zu tun, um die Dinge den Menschen verständlich zu machen. Heute handelt es sich gar nicht darum, meine lieben Freunde, bei jeder Gelegenheit um Einzelheiten zu fragen. Wer bei jeder Gelegenheit um Einzelheiten frägt, der will nur in den alten Geleisen fortfahren. Heute handelt es sich wahrhaftig nicht darum, im Allerspeziellsten die Dinge ausgeführt zu haben. Um die großen, bedeutsam über die Welt hin gehenden Züge einer Neugestaltung der Dinge handelt es sich. Und von Vielem, das heute den Menschen noch so erscheint, als ob sie es nicht entbehren könnten, von Vielem wird überhaupt in einiger Zeit gar nicht mehr die Rede sein können, so wird es hinweggefegt sein.

Dieses Sich-hineingestellt-Fühlen in die Zeit, das wird die Grundnuance abgeben müssen für dasjenige, was gerade die auf anthroposophischem Boden gewachsenen Ideen und Ideale und Impulse zu durchdringen hat. Von diesem Gesichtspunkte aus möchte ich Ihnen ans Herz legen, diese Sache wahrhaftig nicht leicht zu nehmen, nicht spielerisch zu nehmen. Es handelt sich wirklich nicht [darum], wie ich schon das letzte Mal sagte, diese Dinge ins Sektiererische zu verzerren, sondern es handelt sich darum, diese Dinge ins Große zu denken, vor allen Dingen daran zu denken, dass es darauf ankommt, möglichst viele Menschenköpfe zu finden, die die Sache verstehen. Nicht so sehr auf die Einrichtung kommt es heute an: Auf verstehende Menschen kommt es heute an. Denn alles dasjenige, was die Menschen denken, die das nicht verstehen wollen, was heute die Zeit fordert, das muss erst fort und kommt fort. Sie können ganz versichert sein: Das kommt fort. Das muss erst fort. Allein dasjenige hat Geltung, was diejenigen anstreben, die wirklich mit neuen Menschengemütern arbeiten wollen. Die größten Widerstände werden sich gerade bei den sogenannten Intellektuellen, bei den sogenannten Gebildeten ergeben. Die können am wenigsten aus ihrem Denkgeleise heraus. Das erfährt man ja gerade heute wiederum. Es ist - um ein Beispiel anzuführen, ein Beispiel, das gerade dasjenige erläutern kann, wovon ich hier spreche - es ist in der letzten Zeit ein Büchelchen in Deutschland erschienen über die Geisteskrankheit eines bestimmten Menschen. Flugs finden sich natürlich die «akademisch gebildeten» Ärzte, die einem solchen Büchelchen Dilettantismus, Widersprüche, ungenügende Grundlagen vorwerfen - nicht fachmännisch gut durchgearbeitet -, man könne die Geisteskrankheit nur beurteilen, wenn man einen Menschen längere Zeit beobachtet hat, wenn man in seiner Umgebung war.

Nun handelt es sich in diesem Falle um einen Menschen, dessen Handlungen vor aller Welt lagen, [worüber] tagtäglich die Zeitungen redeten und so weiter. Dass der Fall ganz anders beurteilt werden muss, daran denken die Toren nicht, die ihre akademischen Jahre, ihre Kliniken und ihr Spezialistentum hinter sich haben. Man muss den Mut haben, in solche Dinge vorurteilslos heute hineinzuschauen.

Das, meine lieben Freunde, das ist Anthroposophie, nicht das bloße Nachplappern oder innerliche Nachplappern des einzelnen Inhaltes: Wenn Sie hinauskommen über dasjenige, was heute als Ballast der Menschheit, in dem sogenannten Fachmännischen - man könnte besser sagen, in der Fachsimpelei - die schlimmsten Impulse abgibt. Wenn Sie durchdringen zu einer unbefangenen Beurteilung dieser Dinge, dann haben Sie etwas Ungeheures für Ihre Seele geleistet. Denn darum handelt es sich, das brauchen wir. Wir brauchen vor allen Dingen ein mutiges Durchdringen durch die wüsten Vorurteile, welche gerade von der Wissenschaft, Intelligenz, Gelehrsamkeit ausgehen und von ihren Betrieben. Denn das ist dasjenige, was uns am meisten zurückhält. Glauben Sie denn, dass alle die Dinge wahr sein können von einem sozialen Aufbau, von dem man da oder dort geträumt hat - jetzt träumt man allerdings nicht mehr, weil man nicht Aufbau, sondern Abbau überall erlebt hat, wo man davon sprach. Aber was wurde getan? Irgendwie [wurden] ein paar Leute oben ersetzt durch andere -, und der ganze Apparat, der ganze weite Apparat ist geblieben. Ja, meine lieben Freunde, worauf baut sich denn innerlich aus der Menschennatur dieser ganze Apparat auf? Der Mensch wird in der Jugendzeit in den letzten vier Jahrhunderten erzogen — worauf denn? Er wird in der Jugend heranerzogen von dem «Allerhalter, Allumfasser, fasst und erhält er nicht dich, mich, sich selbst?» - von dem Staate oder von dem, was mit dem Staate in irgendeiner Verbindung steht: eine Anstellung zu erhalten, aus dieser Anstellung zu leben, möglichst passiv an sich herankommen zu lassen dasjenige, was zum Leben notwendig ist, und dann von dieser öffentlichen Einrichtung, will ich sagen, von dieser res publica, dann noch für diejenige Zeit, wo man ausgearbeitet hat, bis zu seinem Tod die Pension zu beziehen. Pensionsberechtigte Stellen, oder versicherte Stellen sind ja insbesondere dasjenige, was die Leute lieben. Und kommt dann der Tod, dann versichert die Kirche die ewige Seligkeit, zu der man kommt, ohne dass man aus der Innerlichkeit heraus wirklich eine Verbindung mit dem Göttlichen, das durch die Welt wallt und webt, geschlossen hat. Dieses Leben, wie es sich seit den letzten Jahrhunderten immer mehr der Menschheit bemächtigt hat: möglichst passiv sich erziehen zu lassen für eine Arbeit, die man auf Befehl der oder jener öffentlichen Einrichtung tut, dann Pension beziehen durch dasjenige, was man öffentliche Einrichtung genannt hat, und schließlich nach dem Tode die ewige Seligkeit, ohne dass man es versteht, irgendwie, mit der Seele sich mit dem Ewigen zu verbinden, das hat diejenigen Menschen erzogen, die heute so passiv den furchtbar sprechenden Tatsachen gegenüberstehen. Darüber müssen wir hinauskommen, müssen hinauskommen über jene Passivität mit Pensions- und Ewigkeits-Anspruch. Wir müssen finden dasjenige, was göttliche Substanz ist in dem eigenen Inneren, finden die Impulse, die uns in das ewige Leben hineinstellen. So müssen wir uns hineinstellen, nicht irgendeine äußere Einrichtung, der wir uns sklavisch hingeben. Der Mensch muss tätig werden, in sich die Impulse finden, die Weltimpulse sind. Das ist dasjenige, was schließlich das Allernotwendigste ist, und was zugrunde liegt dem, dem man vielleicht vorwirft: Ja, wie kommen denn da die Leute dazu, ihr Leben bequem einzurichten? und so weiter. Das wird zunächst ohnedies nicht mehr möglich sein. Und ohne dass Sie nicht erst den Gott in Ihrem Herzen suchen, wird Anthroposophie allerdings auch nicht eine Seligkeit patentieren. Es bleibt wahr das Hegel’sche Wort: Der Mensch ist nicht nur ewig nach seinem Tode, der Mensch muss ewig sein — hier in diesem physischen Leib. - Das heißt, er muss dasjenige, was in ihm ewig ist, wirklich gefunden haben. Diese Dinge liegen schon alle in der Anthroposophie; diese Dinge liegen auch zugrunde den gesunden sozialen Ideen, die jetzt wiederum in der Schrift zum Ausdruck kommen und die ich Ihnen ans Herz lege. Und mit diesem Ans-Herz-Legen möchte ich Ihnen nun, nachdem abgereist sein muss, empfehlen: Bleiben wir in Gedanken gut zusammen. Das sollen wir ja gelernt haben. Deshalb, bis zu dem so oder so gearteten Wiedersehen bleiben wir in Gedanken gut zusammen, meine lieben Freunde.

German original of Farewell Address to the Members · ← Previous · Next →