Current Social and Economic Issues

GA 332b — 22 April 1919, Stuttgart

Ansprache und Wortmeldungen bei der ersten Komitee-Sitzung mit den auswärtigen Vertretern des «Aufrufs»

Protokollarische Aufzeichnung, vormittags 11 Uhr

Hans Kühn eröffnet die Sitzung und bittet Rudolf Steiner, den Vorsitz zu übernehmen. Rudolf Steiner übernimmt den Vorsitz unter einmütiger Zustimmung der Versammlung.

Rudolf Steiner: Bei dem Aufruf handelt es sich um etwas ganz anderes, als gewöhnlich durch Aufrufe bezweckt wird. Er richtet sich nicht an Einrichtungen, sondern an Menschen. Wenn jetzt eine Neuordnung möglich sein soll, dann müssen sich möglichst viele Menschen finden, die von gesunden Ideen ausgehen. Die allgemeinen Voraussetzungen sind in dem Flugblatt «Vorschläge zur Sozialisierung» gegeben. An jedem Punkt, wo man auch steht, kann man mit praktischer Arbeit beginnen. Aus dem Bestand des Staatsgefüges müssen zwei Gebiete ausgesondert werden. Das ist der praktische Gesichtspunkt. Der Staat existiert; er wird durch seine verschiedenen Vertretungen die Aufgabe haben, das gesamte geistige Leben auszusondern, und ebenso soll das wirtschaftliche Leben und seine Kompetenz für das, was übrig bleibt, auf demokratischer Grundlage stehen. Es ist unmöglich, etwas zu erreichen, wenn man dem Staat alle Kompetenzen übertragen wird. Das Wirtschaftsleben muss beruhen auf Assoziationen: erstens nach Berufsständen, zweitens - was wesentlich und wichtig ist - aus Vertretern der Konsumtion mit Vertretern der Produktion zusammen. Praktisches Beispiel: Innerhalb unserer Kreise wollten wir vor dem Kriege so etwas durchführen. Zunächst fand sich in Herrn von Rainer, der eine Mühle und die zugehörige Bäckerei hatte, ein Mitarbeiter. Ein solcher Betrieb ist nur möglich, wenn man nicht vom blinden Produzieren ausgeht, denn das führt zu Krisen, sondern wenn man von der Konsumtion ausgeht. Aus der Anthroposophischen Gesellschaft sollte ein Kreis von Konsumenten geschaffen werden. Dass es nicht gegangen ist, kam davon her, dass Herr von Rainer die Denkgewohnheiten der alten Zeit hatte und der Sache nicht gewachsen war; es mischten sich allerhand Schrullen hinein.

Ebenso haben wir auch in Bezug auf die geistige Produktion in der Gesellschaft gedacht. Durch blindes Produzieren wird Arbeitskraft für nichts eingespannt. 98 Prozent der Schriftsteller sind unberufene Schreiber. Von einer Auflage von 1000 Büchern werden 50 abgesetzt, der Rest wird eingestampft. Die Drucker und so weiter haben unproduktive Arbeit geleistet. Jetzt kommt es darauf an, nicht unproduktive Arbeit zu leisten. Ich habe damit begonnen, zuerst die Konsumenten zu schaffen. Auch mit der Broschüre werden wir bereits ein Absatzgebiet haben. Nach meinen Vorträgen verlangen die Leute jetzt die Broschüre.

Wenn hierbei von Reklame gesprochen wird, handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Reklame. Man rechnet zuerst mit den Bedürfnissen. Auch für das Geistige muss man rein wirtschaftlich denken können. Die Bedürfnisse dürfen nicht dogmatisiert werden: Dieses oder jenes Geistige ist unberechtigt! - Das muss der geistigen Organisation überlassen werden. Im Buchhandel gibt es überhaupt nur Krisen. Die Reklame muss erst dann einsetzen, wenn der Konsum gesichert ist, und man macht dann die Leute nur darauf aufmerksam.

Aus dem Wirtschaftlichen müssen ausgesondert werden alle Rechtsverhältnisse: Besitzverhältnisse und Arbeitsverhältnisse. Man kann heute - so steht es in allen Lehrbüchern - Ware gegen Ware kaufen, Ware gegen Arbeitskraft, Waren gegen Rechte. Das sind die volkswirtschaftlichen Begriffe. Die beiden Letzten müssen vollständig verschwinden. Rechte dürfen nicht gekauft werden. Arbeitskraft darf nicht verkauft werden. Der Arbeiter darf nicht mehr in einem Lohnverhältnis stehen, der Arbeiter muss unter allen Umständen in einem freien Verhältnis innerhalb seiner Arbeitsgemeinschaft stehen. Das Arbeitsrecht muss außerhalb der Wirtschaftsorganisation geschaffen werden. Die Wirtschaft hat die Tendenz, zu verbrauchen; was nicht verbraucht werden kann, ist in der Wirtschaftsorganisation ungesund. In der alten Ordnung wurde die Arbeitskraft verbraucht, während sie ein Rechtsverhältnis ist. Aus der demokratischen Organisation heraus muss das Arbeitsrecht geschaffen werden.

In der Arbeitsruhe muss die Möglichkeit vorhanden sein, dass jeder an dem sozialen Leben teilhat. Die Arbeitszeit wäre schr gering, wenn alle körperlich arbeiten würden. Arbeitsteilung ist nötig. In der Zukunft muss es Grundsatz sein, dass die Preisbildung innerhalb des Wirtschaftslebens eine Folge des Arbeitsrechts ist, geradeso, wie sie eine Folge der Naturprozesse ist. Die Einkünfte der Arbeiter dürfen nur aus dem Arbeitsrecht folgen. Dann wird der Wohlstandabhängig vom Arbeitsrechtsein. Dasaber wäreeinegesunde Abhängigkeit.

Wenn zum Beispiel durch einen sechsstündigen Arbeitstag der Wohlstand zurückgehen würde, dann müsste man sich in der Rechtsorganisation darüber einigen, ob man länger arbeiten will. Man soll nicht aus wirtschaftlichen Bedürfnissen die Arbeitszeit verlängern können oder Frauen und Kinder einstellen können. Die Arbeitszeit, die Art und das Maß der Arbeit müssen außerhalb der Wirtschaft geregelt werden. Bevor der Wirtschaftsprozess beginnt, muss das Arbeitsrecht geregelt sein, wie die Rohstoffe von der Natur gegeben sind.

Auch das Besitzrecht muss aus der Wirtschaft heraus. Es werden Dinge verkauft, die gar nicht vorhanden sind. Das Besitzverhältnis bedeutet, dass man die freie Verfügung über irgendeine Sache hat. Das ist allmählich erst in Privatbesitz übergegangen. Besitz wird in Zukunft überhaupt kein Kaufobjekt sein. Wir müssen uns die römischen Rechtsbegriffe abgewöhnen. Eigentum, Besitz sind Begriffe, die verschwinden müssen. Ein letzter Rest der alten Denkweise besteht darin, wenn man sagt, Privates muss in Gemeinschaft übergehen. Das ist auch veraltet. Heute ist ein annehmbares Besitzrecht nur für das geistige Eigentum durchgeführt. In Zukunft muss auch alles materielle Eigentum einem ähnlichen Prozess unterworfen werden: Es muss zirkulieren. Das Kapital muss herausgenommen werden. Kapital wird man brauchen, aber der alte Begriff davon muss aufhören. Der Bau in Dornach ist kein kapitalistisches Unternehmen. Einen Nutzen vom Dornacher Bau wird niemand haben können. Was man dazu braucht, ist aus der kapitalistischen Ordnung herausgezogen worden. Der Dornacher Bau müsste als der geistigen Organisation dienend anerkannt werden. Mit 30 Centimes jedes Schweizers könnten wir den Bau glänzend vollenden. Von heute auf morgen könnte die Sache sozialisiert sein. Der Begriff der Sozialisierung muss auch haltbar sein. Neulich sagte jemand in der Schweiz: Lenin muss Weltherrscher werden. Zuerst muss die Herrschaft selbst sozialisiert werden. Was im Aufrufe steht, muss verwirklicht werden, weil es einzig praktisch ist.

Hummel: Er kommt von Köln und ist der einzig Anwesende aus dem besetzten Gebiet. Unter den Unterzeichnern des Aufrufs ist kein Rheinländer. Die englische Zensur hat abgelehnt, dass dieser Aufruf in der «Mühlheimer Zeitung» veröffentlicht würde. Die «Kölnische Zeitung» hat die Aufnahme wegen «Papierknappheit» abgelehnt.

Rudolf Steiner: Es wird nicht nur gewünscht, dass im besetzten Gebiet für den Aufruf gearbeitet wird, sondern man müsste darauf sehen, dass er überall wirkt, wo es nur möglich ist. Unterschriften konnten in dem besetzten Gebiet nicht gesammelt werden. Die englische Zensur wird die Verbreitung begreiflicherweise verbieten. Widerstände gab es auch in der welschen Schweiz. Das beruht in der Abneigung gegen alles, was von deutscher Seite kommt. Der Hass gegen die Deutschen ist nicht abgeflutet. Das kommt von der Zimmermann’schen Politik. Da wurde mit dem amerikanischen Vertreter ein Verbrüderungsfest gefeiert, während der berüchtigte Brief Zimmermanns schon schwamm. Wenn heute etwas Reales wie dieser Aufruf kommt, so glauben die Leute nicht daran. Vertrauen können wir nur erwerben, wenn wir nicht daran denken, mit denen Gemeinschaft zu machen, die im alten Deutschland Politik getrieben haben. Da gibt es keinen Kompromiss mit dem alten Regime. Dieser Grundsatz soll nicht nach außen gerufen werden, aber er muss in unseren Handlungen sein. Herr Collison, der unser Vertreter in England ist, weilt zurzeit in Amerika. Deshalb ist der Aufruf in England noch nicht gedruckt. Dann würde der Zensor vielleicht anders denken. Auch das Buch soll möglichst bald in England gedruckt werden.

Ludwig Polzer und Walter Johannes Stein fragen nach den Entwicklungstendenzen, um die Aufgaben in den einzelnen Ländern besser beurteilen zu können. Drei Fragen: Erstens, wie steht tatsächlich jetzt die englische Politik zu China, Japan und Indien; wie wird diese durch Amerika beeinflusst? Zweitens, was wären die Folgen einer italienischen Revolution für die Völker des früheren Österreich? Drittens, wie stellt sich der hohe Norden zu diesen Entwicklungstendenzen? Ferner: Wie soll unsere Arbeit organisiert werden? Sollen die wertvollen Persönlichkeiten an einem Orte, der dazu geeignet ist, konzentriert werden oder kommt eine reichhaltige Inselbildung in Betracht?

Rudolf Steiner: Erst in den nächsten Tagen kann Ausführlicheres darüber gesagt werden. Heute nur Folgendes: Erstens, die Politik der englischsprechenden Bevölkerung hat sich nicht geändert. Diese Politiker wussten vor dem Krieg, was sie wollten, und halten daran fest. Europa soll so gestaltet werden, dass es möglichst vereinfacht und Absatzgebiet für England wird.

Ich erinnere an die Karte, die ich seinerzeit nach den englischen Absichten entworfen habe. Der Rhein bildet da eine Art Grenze, die sich nach Süden fortsetzt. Zwischen Rhein und Weichsel ein Streifen deutscher Sprache, östlich die Slawenkonföderation, um die Donau die Donau-Konföderation. Diese Politik rechnet auch damit, dass China und Japan dafür gewonnen wird. Da ist kein Unterschied gegenüber Amerika. Es hängt alles davon ab, ob wir einen positiven Impuls für die Zukunft haben.

Die Westpolitik wird ohne Anstand wirken können, solange wir nicht mit etwas kommen, was den Leuten imponiert. Sie müssen sehen, dass wir mit Wirklichkeiten und praktischen Sachen rechnen. Deshalb hätte auch nicht auf die 14 Punkte hin kapituliert werden sollen. Man hätte mit demselben antworten sollen, was in unserem Aufruf steht. Das Kapitulieren vor Wilson stellt diesen vor die unmöglichste Aufgabe, denn er soll helfen und weiß nichts von dem, was wir wollen. Wir können leicht verstanden werden von China, Japan, Indien, im ganzen Orient, wenn wir irgendetwas machen, was nicht amerikanische Nachäffung ist. Überall hatten wir uns schon unterworfen, zum Beispiel in kaufmännischen Dingen. Der Orient rechnet mit dem Geiste, trotz der Schlauheit des Japaners und der Grausamkeit des Chinesen. Wenn wir etwas Geistig-Politisches treiben, werden wir verstanden. Die deutschen Industriellen sind nicht Menschen geblieben wie zum Beispiel die englischen, sondern einfach Maschinen geworden. Die Industriellen haben das große Wort geführt in der Politik während des Krieges.

Zweitens: Eine italienische Revolution wird keine sehr großen außenpolitischen Folgen haben, wenn nicht die große Industriekrise dazukommt, die eine große Bedeutung haben wird.

Drittens: Der hohe Norden ist ein Gebiet, über das ich nichts weiß. Ich weiß nicht, was der Norden will, oder wie er über England denkt. Wir gehen mit unserem Aufruf dahin, wohin wir gehen können, und weichen nur der Unmöglichkeit. Vielleicht kann Herr Vett über den Norden Auskunft geben.

Carl Vett: Im Norden besteht das Bestreben, sich in den vier Ländern zusammenzuschließen, einschließlich Finnland. Man hat sich während des Krieges kennengelernt, um sich gegenseitig mit Waren zu versorgen, die früher von auBen geliefert wurden. Das wird auch politisch angestrebt.

Rudolf Steiner: Glauben Sie, dass eine Stimmung für eine solche praktische Idealpolitik, wie ich vorschlage, vorhanden sein könnte? Im Norden herrscht doch auch ein gewisser Konservativismus. Damit könnten wir nichts anfangen. Wir müssen unterscheiden zwischen solchen Ländern wie Württemberg, Baden, Preußen. Da ist ein gewisser Zwang vorhanden. Sträubt sich die Bourgeoisie, so wird das Proletariat in diese Richtung einlenken. In Russland wäre vor Brest-Litowsk die Sache verstanden worden. Es wird vielleicht die Zeit kommen, wo auch Lenin und Trotzki wünschen würden, dass sie es so angefangen hätten. Ganz anders ist es in solchen Ländern, wo so etwas aus freiem Willen heraus realisiert werden könnte. Das wäre von größter Bedeutung.

Carl Vett: glaubt, dass dafür Verständnis sein könnte. In Dänemark ist ein so zialistisches Ministerium, das aber schon bewiesen hat, dass es mit seinem Programm nichts anfangen kann.

Rudolf Steiner: Diese Antwort ist sehr wichtig.

Hermann Heisler erinnert an den Satz «Besitz muss aufhören, er muss in Fluss gebracht werden». Uns ist hierbei die Bodenfrage nicht klar geworden. Kann der Boden in Fluss gehalten werden?

Rudolf Steiner: Sie werden finden, dass die Bodenfrage nur nebenbei behandelt wird. Grund und Boden ist nichts anderes als Produktionsmittel und kann nur so behandelt werden. Mit der Bodenfrage ist die Geldfrage verknüpft. Beim Grund und Boden herrscht die größte der sozialen Lügen. Sie alle besitzen de facto ein Stück Boden. Was Sie sonst besitzen, hat keinen realen Wert, wenn es nicht durch ein Stück Boden gedeckt wird. Man muss rechnen: ein gewisses Territorium, dividiert durch die Anzahl der darauf wohnenden Menschen. Dass Sie diesen Boden nicht real besitzen, ist ein Betrug. Das wird durch Rechte unwirksam gemacht. So hängen die Bodenverhältnisse mit dem einzelnen Menschen zusammen. Grund und Boden ist Produktionsmittel. Durch die Arbeitsteilung ist vieles Produktionsmittel geworden, was es früher nicht war. Wenn ein Schneider sich selbst einen Rock macht, so ist er Produktionsmittel. Grund und Boden ist genau in demselben Sinne zu behandeln. Nur der soll über Produktionsmittel Verfügung haben, der sie ausnützen kann. Der Arbeiter wird mitarbeiten, wenn er weiß, dass er rationeller arbeitet, wenn der eine und nicht ein anderer leitet. Das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer wird ein Vertrauensverhältnis sein. Der Arbeitgeber steht an seiner Stelle durch seine Fähigkeiten.

Goldwährung bedeutet Prellung der ganzen Welt durch die englische Politik. An die Stelle der Goldwährung muss das brauchbare Produktionsmittel treten. In der Währung wird ein unnötiger Krieg zum Ausdruck kommen, weil er die Produktionsmittel in ein schädliches Fahrwasser bringt.

Emil Leinhas: Es werden oft Einwände über die Schwerverständlichkeit gemacht. Wie wurde der Aufruf von Bürgerlichen einerseits und von Proletariern anderseits aufgenommen?

Rudolf Steiner: Ich habe vieles nicht verstanden, was vom Hauptquartier kam, das den Leuten das Verstehen befohlen hat. Emil Molt: Bürgerliche haben vom Aufruf am wenigsten aufgenommen. Die Angestellten bei uns haben ihn verschlafen, während die Arbeiter mit Fragen darüber kamen.

Alfred Meebold bestätigt die Auffassung von Emil Molt. Hans Kühn fragt wegen des Eintritts in eine Partei.

Rudolf Steiner: Dagegen ist nichts einzuwenden. Unsere Sache ist Zeitforderung, nicht Parteiforderung. Aus dem Proletariertum wird das größte Verständnis erwachsen. Der Aufruf kann natürlich auch ohne bürgerliche Vertreter erscheinen. Im Aufruf liegen zwei Impulse. Während des Krieges sollten sie für die Außenpolitik wirken. Jetzt kommt die soziale Dreigliederung in Betracht.

Alfred Meebold warnt vor dem Eintritt in eine Partei, weil der Aufruf dann von den Andersdenkenden leicht als Parteisache aufgefasst werden könnte. Schuler: Wünscht Versammlungen in den kleineren Orten Württembergs und Absendung von Rednern. N.N: Die Arbeiterführer lehnen ab. Die einzelnen Arbeiter unterschreiben, weil die Sache nicht Parteiangelegenheit ist. Hans Kühn berichtet aus Briefen, in denen immer wieder auf die Regierung verwiesen wird, gerade von bürgerlicher Seite.

Rudolf Steiner: Die bürgerliche Politik ist ein Angstprodukt, damit können wir nichts machen. Aber wir dürfen nicht so wie Trotzki vorgehen, der die Welt umkehren wollte. Es ist notwendig, dass die fachmännische Bildung und Erfahrung derjenigen, die sie erworben haben, nicht verloren geht. Das sind größtenteils Bürgerliche. Wir müssen die Menschen, die sich auf den Boden des Aufrufs stellen, hereinnehmen. Die sozialdemokratischen Programme müssen ja auch in ein Menschheitsprogramm einlaufen. Wir müssen natürlich die bürgerliche Sabotage vermeiden.

Hermann Heisler erinnert an das Misstrauen gegen Anthroposophie und spricht von seinen Erfahrungen mit der studentischen Jugend.

Rudolf Steiner: Die studentische Jugend kann leicht gewonnen werden, wenn sie von den Professoren emanzipiert wird. Die schlimmsten Erfahrungen werden wir mit den Professoren der Nationalökonomie machen. Auf die müssen wir verzichten. Der Sumpf der Universitäten zeigt das Schlimmste der bürgerlichen Gesellschaft.

Max Benzinger: Welche Zwangsmittel werden wir haben, wenn die Fabrikbesitzer auf ihren Produktionsmitteln sitzen bleiben wollen?

Rudolf Steiner: Wir lassen sie eben sitzen. Letzten Endes kommt Zwangsenteignung in Frage. Es wird sich ergeben, dass es unmöglich ist, gegen unsere Sache zu arbeiten.

Schluss nach 1 Uhr.

German original of Address and Requests to Speak at the First Committee Meeting with the Foreign Representatives of · ← Previous · Next →