Faculty Meetings with Rudolf Steiner I
GA 300a — 30 July 1920, Stuttgart
Sechzehnte Konferenz
An den Konferenzen teilzunehmen, wenn Steiner anwesend war, war für viele ein reizvoller Gedanke. Steiner begann sich dagegen zu wehren, dass es "Teilnehmer an den Konferenzen gab, die keine pädagogische Verantwortung trugen. Auch stellte er fest, dass es Mitarbeiter an der Schule gab, die er nicht berufen hatte, die wie von selbst in den Konferenzen auftauchten. Dies führte zu Unstimmigkeiten, die behoben werden mussten. Er hoffte sehr auf neue Mitarbeiter; Hermann von Baravalle sollte bald kommen; promovieren könne er auch hier. Er sollte die 6. Klasse übernehmen - die andere Hälfte der Klasse von Caroline von Heydebrand.
Auch hoffte Steiner auf die Mitarbeit von Max Wolffhügel. Von beiden sagte er, sie seien «erste Kräfte» und kämen selbstverständlich für die Konferenzen in Betracht. Für die kommende 9. Klasse blieben Rudolf Treichler und Karl Stockmeyer gemeinsam verantwortlich. Den richtigen Turnus-Wechsel mussten sie noch entdecken.
Das erste Jahr der Schule war zu Ende. Steiner entließ die Lehrer in die Ferien und bedauerte, dass es «nicht besser geschlossen» (31. Juli 1920) habe.
Themen [der 16. und 17. Konferenz]: Einstellen und Entlassen von Lehrern. Teilnahme an den Konferenzen. Personalfragen. Fremdsprachenunterricht. Weltschulverein.
Bemerkungen: Aufgrund der Besprechung am Vortag wurden von Stockmeyer einige Kollegen ausgeladen. Eine Kollegin, Elisabeth von Grunelius, nahm darauf ihren Abschied von der Schule, da sie meinte, Steiner lege keinen Wert auf ihre Mitarbeit.
Man dachte, die Finanznot durch einen Weltschulverein bekämpfen zu können, den Steiner vorgeschlagen hatte. Nun wandte er sich vehement gegen die Idee, das von Stuttgart aus zu unternehmen. Der Schule müsse geholfen werden, für einen Weltschulverein aber gebe es andere Aufgaben als eine individuelle Schule. Auch musste Steiner befürchten, dass ein internationaler Spendenaufruf für die Schule die internationale Spendenfreudigkeit für das sich im Bau befindende Goetheanum beeinträchtigen würde.
Vorsitz: Rudolf Steiner.
KARL STOCKMEYER zur Tagesordnung: [Die Ausscheidung von Lehrern und die Anstellung neuer Lehrer müsste besprochen werden.]
RUDOLF STEINER: Es handelt sich [also] um die Personalfrage. Es handelt sich darum, dass unser bisheriger Lehrer für den Handfertigkeitsunterricht nicht das leisten konnte, was man von ihm erwarten muss, und dass deshalb an einen Ersatz gedacht werden muss. Es ist vielleicht nicht notwendig, über die Einzelheiten zu sprechen. Ich s handelt sich darum, dass er weiß nicht, inwiefern es bekannt ist. einerseits nicht fertig wurde mit den großen Klassen, dass er gesagt hat, dass die Kinder der oberen Klassen nicht zur Arbeit kämen. Das zeigt sich auch dadurch, dass die Kinder der oberen Klassen nicht fertig geworden sind.
Er selbst ist als Schlosser ausgebildet worden und hat auch sonst keine durchgreifende Bildung. Es ist ihm schwer geworden, sich in ein Gebiet, das er zu betätigen hat, hineinzufinden. Es zeigte sich mir, dass er nicht die genügende praktische Begabung hat, dass die Arbeiten, die er machen lässt, nicht gut sein können, weil er selbst nicht den Blick dafür hat, was exakt ist. Manche dieser Arbeiten blieben Spielereien und wurden nicht zu dem, was sie sein sollten. Die Kinder haben kein exaktes Arbeiten bei ihm gelernt. Im Gartenbauunterricht, da blieb die Arbeit darin stecken, dass jedes Kind ein kleines Gärtchen bekam, wo die Kinder wild das draufsetzten, wozu sie Lust hatten, das mehr ein Kindergärtchen als ein Schulgarten geworden war.
Was aber das Schwerwiegendste ist, das ist, dass er kein Herz für die Dinge aufgebracht hat, [die ihm oblagen]; dass sein Interesse darin liegt, sich mit gutem Studium zu beschäftigen, dass aber darüber das, was eigentlich zu tun gewesen wäre - eine Durcharbeitung seines Gartenunterrichts zu pflegen -, eben nicht geschah. [Sodass] für mein Urteil schließlich nichts übrig bleibt, als sich nach einer besseren Kraft umzusehen. Ich glaube, dass eine wirklich künstlerische Durchdringung des Handfertigkeitsunterrichts von seiner Seite nicht möglich sein wird.
Nun natürlich würde [das] ja vielleicht einem Kollegium von geringerer Bedeutung sein; es ist natürlich wichtig, weil wir Herrn Neumeister hergebracht haben, dass wir ihn auch so unterbringen, dass er nicht zu einem furchtbaren Feind wird, wenn wir ihn absetzen. Nicht wahr, das ist ja [etwas], wofür nicht das Kollegium zu sorgen hat.
EMIL MOLT: Ich werde das meine Sorge sein lassen, zu sehen, wie wir ihn unterbringen.
RUDOLF STEINER: Aber, natürlich, so wie sich die Dinge entwickelt haben, ist es unmöglich, dass wir ihn im Kollegium weiter haben. Er ist kein Mann, der sich hineinfindet in den Geist der Schule.
CAROLINE VON HEYDEBRAND: Ich wollte nur bemerken, dass ich die Sache nicht ganz verstehe. Er hat sich große Mühe gegeben, sich in den Geist der Sache hineinzufinden. Er hat meine Kinder gut beurteilt. Im Gartenbau ging es gut mit meiner Klasse. Ins Künstlerische wird er sich hineinfinden.
RUDOLF STEINER: Das wird schwer gehen. Das Künstlerische bezog sich auf den Handfertigkeitsunterricht. Da ist es so, dass er kaum sich wird hineinfinden können.
EUGEN KOLISKO: Er hat den besten Willen. Er wird es sehr schwer empfinden. Man sollte Menschen aus unserer Gemeinschaft nicht wieder herausbringen. Er will in den Ferien Schreinerei noch besser lernen, auch Schuhmacherei.
MARIE STEINER: Ich glaube zu bemerken, dass er etwas Zutrauliches hat.
RUDOLF STEINER: Das ist zweifellos, dass er sich gern mit den Kindern beschäftigt, dass er ernsthaft hineinwill. Es fehlt an verschiedenen Stellen. Es ist tatsächlich - ich habe es immer wieder [erlebt], solange ich zu tun hatte, immer wieder. In dem Moment, wo ich mehr das eine oder das andere hervortreten sah, immer musste ich zu dem Entschluss kommen, dass es nicht möglich ist, ihm diese Sache zu überlassen.
WALTER JOHANNES STEIN: Ist ein Grund da, ihn als Mensch auszuschließen, oder könnte man ihn später anderswo, etwa in der Bibliothek, verwenden?
RUDOLF STEINER: Nicht wahr, es ist schwierig, das klipp und klar auf eine Formel zu bringen. Ich glaube, dass es ihm schwer wird, sich in den ganzen Geist der Schule hineinzufinden, weil er dazu doch nicht den Geist in sich hat.
Nun, nicht wahr, es ist ja so, einer der darin ist, der kann mitgezogen werden. Aber glauben Sie denn, dass es auf die Dauer möglich ist, ihn für den ganzen Handfertigkeitsunterricht zu haben? Für den ganzen Handfertigkeitsunterricht ihn zu haben, würde nicht möglich sein. Es würde möglich sein für die vier unteren Klassen, wenn wir einen Lehrer für die höheren Klassen hätten. Ob er geistige Kapaität dazu hat, in den höheren Klassen Handfertigkeit zu geben, das bezweifle ich. Ich habe angesehen, wie gearbeitet wird. Das ist ganz schön für die kleinen Kinder, wenn sie sich überhaupt anstrengen. Aber später, wo ein gewisser kunstgewerblicher Geist hineinmuss, ist es eine Frage, ob er den Geist bekommen kann. Es macht große Schwierigkeiten, und es muss viel umgedacht werden, wenn er bleiben sollte. Ich habe den Eindruck bekommen, dass dies die allgemeine Meinung des Kollegiums ist.
HERBERT Hann [vermutlich]: Über das Sachliche konnte ich mir kein Urteil bilden.
RUDOLF STEINER: Der Mann hat dichterischen Ehrgeiz, aber er bildet sich sehr viel ein. Er ist eitel. Er hat einen Fonds von gutem Willen. Dass er die allgemeine Eigenschaft von Proletariern sehr oft hat, das ist weiter nicht wunderbar. Das ist eine ganz allgemeine Eigenschaft der Proletarier, [die] dieser Mann [hat], das ist nicht weiter wunderbar. Und zutraulich sind sie auch, sehr viele, die die besseren Proletarier sind, die ein bisschen auf Einsicht angewiesen sind. Mir tut er leid, weil ich glaube, dass sich in ihm ein starkes Ressentiment entwickeln wird. Schwierigkeiten macht es immer, wenn so jemand, der eine gewisse persönliche Note in den Dingen hat, in so etwas [wie die Schule] hineingestellt ist. Er hat in all den Dingen eine persönliche Note. Er ist wenig auf das Sachliche eingestellt. Er möchte ein Mensch sein, der es dazu gebracht hat, Waldorflehrer zu sein. Er möchte Dichter sein. Er möchte, dass die Kinder zu ihm Zutrauen haben. Er hat eine zu stark persönliche Note. Das ist schon der Fall.
Wer sich in Proletarierkreisen umgesehen hat, für den ist klar, dass er die guten Eigenschaften als typische Eigenschaften hat. Er ist verwachsen. Diese Dinge kommen auf das zu stehen. Die besonderen Eigenschaften, die er hat, all das fordert das Mitleid heraus. Es müsste gesorgt werden, dass [ihm] ein Ersatz dafür [geschaffen wird]. Das kann das Kollegium nicht interessieren. Aber schwierig wird es immer sein mit ihm. Denn er wird gewisse Dinge aus dem Geist der Waldorfschule heraus gar nicht verstehen, besonders auch im Handfertigkeitsunterricht selbst. Ich glaube auch nicht, dass, wenn er Schuhe machen lernen würde, dass er [es] so herausbringen würde, dass die Kinder es machen können. Es ist furchtbar schwer, auf diesem Gebiet, wo Sachlichkeit notwendig ist, das Mitleid spielen zu lassen. Es führt leicht auf Abwege.
Jemand sagt: Fräulein von Mirbach, sie wollte etwas sagen, was alle gesagt haben. Der Erfolg war negativ. Man muss berücksichtigen, dass er im Kollegium drin war und über vieles Bescheid weiß. Dass es nicht günstig wäre, ihn wegzuschicken.
RUDOLF STEINER: Nicht wahr, dass kommt für all unsere Kooperationen in Betracht. Es gibt keine einzige Kooperation, für die nicht in Betracht käme, dass wir niemanden, den wir darin haben, herausbringen. Meine Einstellung war diese, dass ich über diese Sache wie aus den Wolken gefallen war. Ich wusste nichts davon. Wenn man mit jemandem sich eingestellt hat, dass man zu einer Gemeinschaft zusammengehört, denn in einer dezidierten Weise wird es hingestellt, man fühlt sich gezwungen, dagegen Stellung zu nehmen.
Ist [denn] eine Möglichkeit vorhanden, dass man die Sache so löst, dass man ihn in den vier unteren Klassen hat? Das wäre wünschenswert. Wir kommen dadurch auf ein mächtiges Budget. Die Schule wird größer.
WALTER JOHANNES STEIN: Ich hatte vorgeschlagen, dass man ihn in der Bibliothek verwendet. Man könnte darüber nachdenken, ob er nicht in einer Weise ins Archiv übernommen werden könnte.
EMIL MOLT: Mir scheint, dass da nur ein Handlangerposten infrage kommt. Nur um eine Sinekure zu schaffen, dafür ist kein Geld da, wo wir neulich gesehen haben, dass wir mit jedem Pfennig rechnen müssen. Das wird das sein, dass man im Zusammenhang der Firma etwas unternimmt, dass ihm nicht geschadet wird und nicht wehgetan wird. [Wir sollten] bedacht sein darauf, dass wir mit Rücksicht auf das Mitleid schon etwas finden werden.
RUDOLF STEINER: Untergebracht muss er werden. Man muss sehen, wie man ihn unterbringt. Ein sehr schwieriger Fall.
KARL STOCKMEYER: Das vor die Konferenz zu bringen, schien mir nicht angebracht. Man kann das nicht in seiner Gegenwart verhandeln. Die ganze Schwierigkeit ist die, dass solch ein Mensch ein ganzes Jahr alles mitgemacht hat. Er weiß über alles Bescheid. Man hat mit ihm zusammengelebt, wie wir zusammengelebt haben in der Bibliothek.
Jemand bemerkt: Es ist fatal, wenn man sich zusammengehörig fühlt. In den Handfertigkeitsunterricht haben wir uns nicht hineingemischt.
RUDOLF STEINER: Sachlich ist dies zu sagen, dass er der Aufgabe nicht gewachsen war. Er hat nicht den künstlerischen Geist. Ich glaube nicht, dass er sich in den hineinfinden würde. Es fehlt ihm an Bildung. Wie gesagt, es würde das gar nicht schaden, wenn er die unteren Klassen haben würde, ein anderer die oberen Klassen. Oftmals wird dadurch am meisten erreicht. Die Kinder werden einfach arbeiten. Nachher, wenn sie sich mittätig [erweisen] müssen, ist es umso besser. Sachlich ist nichts einzuwenden für die untersten Stufen, aber für die oberen Stufen reicht er nicht mehr aus.
JOHANNES GEYER: [Ist] es beabsichtigt, alles in einer Hand zu lassen?
RUDOLF STEINER: Das sind budgetäre Fragen. Wenn das der Fall ist - beim Handfertigkeitsunterricht ist es so, dass man sich nach der Decke streckt. An sich wäre wünschenswert, dass der Handfertigkeitsunterricht recht stark ausgebaut wird. Wenn wir einen Handfertigkeitslehrer haben, würden wir auskommen, wenn wir von der 6. Klasse an den Unterricht geben lassen. Etwas anderes kommt dadurch herein, dass wir Gartenbauunterricht geben. Das erfordert auch eine sachverständige Kraft. Für diese Spezialität habe ich kein Verständnis bei ihm gefunden [?].
Bei ihm ist es nicht so der Fall. Er ist nicht so beweglich. Ich würde am liebsten sehen, wenn wir zwei hätten, dass der eine das eine Jahr den Handfertigkeitsunterricht gibt, der andere den Gartenbauunterricht gibt.
Jemand bemerkt: Für das hat er Verständnis.
RUDOLF STEINER: Es kommen die Dinge in Betracht, dass wir für die Schule gewisse Schwierigkeiten haben, wenn wir ihn [behalten]. Ich habe den Eindruck gehabt, dass es die Meinung des ganzen Kollegiums sei; ich frage doch, was die Einzelnen meinen; ich habe anfangs gemeint, es sei eine beschlossene Tatsache. Aber jetzt, wo ich sehe, dass es nicht so ist, ist es gut, dass wir uns unterhalten [haben] und dass wir erfahren [haben], dass es nicht so ist.
CAROLINE VON HEYDEBRAND: Ist es nicht möglich, das früher zu bemerken, dass ein Mensch nicht taugt für die Arbeit?
RUDOLF STEINER: Ich habe es schon lange bemerkt. Ich habe es schon Weihnachten, [im] Februar gesagt. Ja, nicht wahr, ich bin ja nicht gern darauf eingegangen, weil es mir eine schreckliche Sache war, was leider oft vorgekommen ist, dass Leute ausgeschlossen worden sind. So ging ich darauf nicht gerne ein. Es sind manche Momente dazugekommen in den letzten Tagen, die die Sache plausibler erscheinen lassen. Aber es ist fatal, dass wir ihn ein Jahr hiergehabt haben.
Ja, dann wird nichts übrig bleiben, als dass wir eine andere Lösung suchen. Dann müssen wir eine andere Lösung suchen.
EMIL MOLT: Jedenfalls muss eine erste Kraft für den Handfertigkeitsunterricht herkommen. Es lässt sich so machen, dass man ihn einer ersten Kraft als zweite Hilfe gibt.
RUDOLF STEINER: Es war doch eine Art von Provisorium?
EMIL MOLT [vermutlich]: Herr Stockmeyer wollte sich damals um die Handfertigkeit annehmen. [...] [Das Weitere ist nur fragmentarisch überliefert.]
RUDOLF STEINER: Ich habe gesagt, dass es am besten ist, wenn jemand, der im Lehrerkollegium ist, selbst Schuhe machen lernt. Dass einer aus dem Kollegium es lernt. Es war nicht meine Meinung, dass wir einen Handwerker anstellen. Aber es muss der Handfertigkeitsunterricht aus dem Lehrerkollegium hervorgehen. Nicht wahr, da konnte man dann schließlich nicht so wichtig finden, ob der Neumeister, der nur ganz flüchtig erwähnt worden ist - er war plötzlich da, erwähnt worden ist er mir nur ganz flüchtig - es war ja nicht der Gesichtspunkt, ihn ganz zum Handfertigkeitslehrer zu nehmen. Ich hatte gedacht, dass der Handfertigkeitsunterricht aus dem Lehrerkollegium besorgt werden wird,
KARL STOCKMEYER: Ich habe nicht immer dabei sein können.
RUDOLF STEINER: Dann wäre es leichter gewesen, ihn eher wegzugeben, aus dem Grunde, weil er das Selbstbewusstsein nicht bekommen hätte.
Das sah ich nicht ein, dass er in den Konferenzen darin war.
EMIL MOLT: Ins Lehrerkollegium ist er hereingewachsen, ohne dass es bestimmt war, dass er hereinkommt.
CAROLINE VON HEYDEBRAND: Unter uns herrschte die Meinung, dass die, die hier sind, von Herrn Doktor berufen sind.
RUDOLF STEINER [vermutlich]: Es war nur ganz gelegentlich, dass man ihn hereinnimmt.
CAROLINE VON HEYDEBRAND: Das haben wir nicht gewusst.
RUDOLF STEINER: Jetzt sind wir in einer gewissen Weise dadurch gefangen. Solche Dinge sollte man nicht so nehmen. Neulich, wir haben auch davon gesprochen, war ich sehr überrascht, als jemand, der überhaupt noch nicht in Betracht kommt für das Lehrerkollegium, bei der Sitzung war, der Strakosch. Wer noch nicht im Kollegium tätig ist, kann doch nicht bei der Sitzung [dabei] sein. Neumeister hat selbst gewusst, dass er das nicht leisten kann, was verlangt wird.
WALTER JOHANNES STEIN [vermutlich]: Ich glaube, dass man ihn ruhig als zweite Kraft nehmen könnte.
EMIL MOLT: Meine Frau meint, dass er das an sich hat.
RUDOLF STEINER: Es wird für eine Kraft zu viel werden, die Gartenarbeit und der Schuhmacherkurs. Dann muss es vom Budgetgesichtspunkt möglich sein, ihn zu besolden.
EMIL MOLT: Da möchte ich sagen, dass sich das Budget den großen Gesichtspunkten unterordnet.
RUDOLF STEINER: Es hat sich bis jetzt kein Schaden gezeigt, wenn er darin war; es kann der Schaden sich erst zeigen, wenn er draußen ist. Er ist zum Lehrer sozusagen geworden auf eine Weise, wie mir das mehrfach in Stuttgart entgegengetreten ist. Wenn man fragt, wie sind sie hineingekommen, so ist es so, die Leute haben sich hineingeschoben. Sie treten plötzlich auf. Ich kann nicht dahinterkommen, wie sie stufenweise aufgerückt sind. Es ist hier passiert, dass ich einen Mann gefunden habe in einem Amt, der darin war. Ich wollte dahinterkommen, wieso er da war. Da sagte man mir: Er war plötzlich da. Nun, nicht wahr, das geht doch nicht auf die Dauer.
Nicht wahr, Herr Stockmeyer, Sie müssen denken, dass man auf die Dinge baut. Es hat sich darum gehandelt, dass abgesprochen war, dass Sie der geistige Umfasser des Handfertigkeitsunterrichts sind. Das ist ganz sicher. Ich bin gefragt worden von Herrn Molt, ob der Neumeister in Betracht kommen wird als Handlanger von Ihnen. Aber davon war ich betroffen, dass er hier im Lehrerkollegium gesessen ist. Als Lehrer der Waldorfschule war er nicht in Aussicht genommen. Das bestätigt sich ganz gut, [indem] er heute noch nicht Lehrer der Waldorfschule ist, denn er ist Arbeiter der Waldorf-Astoria und ist abkommandiert hierher. So ist gar nicht die geringste Berechtigung gewesen, ihn hier ins Lehrerkollegium hineinzusetzen.
Man merkte es an der Art, wie er das Gehalt bekam. Das ganze Verhältnis Neumeisters war so im Waldorfschulverein - wenn ich Gelegenheit hatte, ohne ihn zu reden, habe ich es erwähnt, dass [es] ein unmögliches Verhältnis ist. Die Stellung gegenüber dem Oberschulrat ist auch die, dass er nicht genannt worden ist. Das ist auch in dem Zirkular gewesen. Als er eingeführt wurde, ich glaube nicht, dass ich vergaß darauf; es ist uns nichts gesagt worden. Was ich überhaupt weiß, das weiß ich hintenherum. Gesagt hat mir kein Mensch etwas. Die andere Frage führt dazu, dass sie in anderer Weise gelöst werden muss. Entweder müssen wir den Neumeister behalten, dann geht das andere nicht, oder wir machen das andere, das ich bedauern würde, wenn es nicht gemacht werden könnte. Es ist eine selbstverständlich abgemachte Sache.
Jemand sagt: Es ist nicht unsere Meinung, dass er bleiben soll. Wir wollten zum Ausdruck bringen, dass wir nicht orientiert waren. Ich glaube, dass wir zu einer intimen Arbeit [nicht] kommen können, wenn jemand unter uns ist, der nicht hineingehört. Wenn er sich dazu nicht eignet, ist es selbstverständlich, dass er nicht da sein muss.
RUDOLF STEINER: Wenn er schon einmal da ist, würde das nicht in Betracht kommen, wenn er in dem Fache tüchtig wäre, wenn sich nicht andere Schwierigkeiten hinzugesellten, dass der Neumeister nicht mehr im Kollegium sein [kann]. Wir können nicht in dieser Weise, dass wir abstimmen, die Sache machen.
HERBERT HANN: Sein Darinnensein hat eine Art Kollegialität hervorgebracht, wie es in den Landerziehungsheimen ist.
RUDOLF STEINER: Das ist nicht das Schlimmste. Das Wesentliche ist nur, dass er bei all unseren Sitzungen war. Haben Sie ihn hereingerufen?
KARL SRTOCKMEYER [vermutlich]: Mein Gedächtnis ist nicht klar genug. Ich kann mir nur denken, dass ich das Kollegium gefragt habe, ob das Kollegium ihn dabeihaben will. RUDOLF STEINER: Ich begreife nicht, wie die zwei Dinge übereinstimmen, dass Sie ihn ins Kollegium gerufen haben, und ihn nicht aufgestellt haben auf der Liste.
KARL STOCKMEYER: Mir war von vornherein klar, dass ich nur zeitweise ihn beaufsichtigen konnte. Dass es schließlich darauf hinaus[laufen] könnte, den Handfertigkeitsunterricht zu übernehmen.
RUDOLF STEINER: Bedenken Sie, wenn wir einen Arbeiter aus der Waldorf abkommandiert haben, um hier Arbeit zu leisten, dann kann er zurückgehen. Er wurde in der Waldorf unter dieser Form eingestellt. Das sind Dinge, die schlimm sind.
KARL STOCKMEYER [vermutlich]: Ich konnte bloß das Lehrerkollegium fragen.
Jemand sagt: Wir wussten doch nichts. Jemand anders: Es war ein Fehler, ihn hereinzunehmen. Ein Dritter: Diejenigen, die den Fehler begangen haben, das sind wir.
RUDOLF STEINER: Tragen wird ihn die Waldorfschule. Geradeso, wie in der Anthroposophischen Gesellschaft Fehler gemacht worden sind, und trotzdem immer dieselben Fehler gemacht worden sind, musste immer ich darunter leiden. Unter jedem Herausgeschmissenen musste ich leiden! Hier wird die Waldorfschule darunter leiden, das ist selbstverständlich. Ich halte es für besser, sie leidet von außen als von innen.
Man hat hier gedacht, wir haben ihn als Lehrer aufgefasst. Man hat ihn nicht ganz voll als Lehrer aufgefasst. Allmählich wurde das so, dass man stillschweigend einen Status herauszufinden bemüht war. Ich bemerke, dass ich mich bemüht habe, ein kollegiales Verhältnis herzustellen. Es war ein heftiger Kampf, der geführt wurde. Wenn ich versucht habe, orientiert zu werden, was da vorgeht, da habe ich hinter die Kulissen geschaut. So habe ich hinter den Kulissen manches Falsche gesehen. Ich konnte das aus manchem sehen, was Sie erzählten. Das ist der Nachteil des Hinter-die-Kulissen-Guckens. Ich kann das nicht beurteilen, inwiefern das Dinge waren, die man wissen musste.
Jemand bemerkt: Es hieß immer: Die Personalfragen sind nicht Sache des Kollegiums.
KARL STOCKMEYER: Ich kann nur sagen, dass er mir vorgeschlagen wurde, dass wir darüber gesprochen haben, dass ich ihn vorgeführt habe. Ich muss offen gestehen, auf mein Gedächtnis kann ich mich nicht verlassen.
RUDOLF STEINER: Herr Neumeister war keine von diesen Persönlichkeiten. Es wäre sonst kein Grund gewesen, ihn in der Waldorf anzustellen. Bei seinem Ehrgeiz ergab sich die Unmöglichkeit, ihm das zu sagen.
WALTER JOHANNES STEIN [vermutlich]: Ich bin in die Bibliothek gekommen, da war ein fremder Mensch da, das war Herr Neumeister. Herr Stockmeyer hat gefragt, sollen wir ihn in die Konferenz mitnehmen? Das ist alles, was ich über Neumeister weiß.
RUDOLF STEINER: Wie entstand die Frage, ob er an der Konferenz teilnehmen soll?
Jemand bemerkt: Man sah durch die Dinge nicht durch. Jemand anders: Er hat die pädagogischen Kurse gelesen.
RUDOLF STEINER: [Nun], nicht wahr, da müssen wir halt versuchen, ihn zu behalten, wenn es nicht anders geht.
Jemand bemerkt: Warum soll es nicht anders gehen?
RUDOLF STEINER [ [vermutlich]: Wenn wir also die Waldorfschule dadurch schädigen, dass wir ihn wegtun. Ja, ist das etwas, was erst jetzt — was darin zutage tritt, dass das Kollegium nicht über alles Bescheid wusste?
Ich meine, das ist eine objektive Sache. Das hängt damit nicht zusammen, wie das Kollegium darüber Bescheid weiß. Wenn allseits der Eindruck gewesen wäre, dass es nicht geht. Einmal tritt die Frage doch an uns heran. Sie wird wieder an uns herantreten. Wenn wir die Frage aufwerfen, dann müssen wir die Konsequenzen daraus ziehen. Wer hat zu dieser Frage noch etwas zu sagen?
Nach einer weiteren Besprechung am andern Tag, von der keine Notizen vorliegen, wurde Johannes Neumeister mitgeteilt, dass er nicht mehr an der Waldorfschule mitarbeiten könne.
Man kommt auf Helene Rommel zu sprechen.
Jemand äußert sich: Da bin ich ganz passiv. Ich kann mein Urteil nur abgeben dahin, dass es schwergefallen ist, Disziplin zu halten.
RUDOLF STEINER: Nun ist die Frage die, was man tun soll. Ich habe sie nicht gekannt. Mir wurde gesagt, Fräulein Allmendinger weiß jemanden, der ihre Freundin ist. Nachdem eine Dame vorgeführt worden ist, die zu mir gekommen ist, trotzdem sie von vielen Seiten empfohlen worden war, und mich mit aufgehobenen Händen bat, sie sei viel zu alt, da dachte ich mir, ich hatte niemanden. In welchen Zusammenhängen soll man eine geeignete Handarbeitslehrerin finden? Ich erinnere mich, jemanden zu finden. Man hatte wiederholt gesucht. Fräulein Allmendinger hatte gesagt, dass Fräulein Rommel in allen Handarbeiten gewandt ist, dass sie Kunstgewerblerin ist. Sie waren damit einverstanden.
Es wird gesagt: Über ihre Fähigkeiten wussten wir nicht Bescheid.
BERTA MOLT [vermutlich]: Ich finde, dass sie Gutes geleistet hat. Wir haben es bemerkt: In den Handarbeiten ist sie tüchtig. Es wird ihr nur schwer, die Kinder ruhig zu halten.
RUDOLF STEINER: Mir ist gesagt worden, ich bin in dieser Beziehung immer etwas abgestumpft worden geradezu, indem ich hören musste, es sei ganz schrecklich, fürchterlich, wie es zugeht im Handarbeitsunterricht. Das ist nur, wenn ich hineinkomme. Sonst ginge es ganz schrecklich zu. Eine Zeit lang konnte man die Kinder nicht so weit bringen in den Klassen, aber trotzdem sah man schon, dass sie Fräulein Rommel nicht folgen. Es war einige Male so, dass die Kinder sich Sachen erlaubten, die nicht vorkommen dürfen. Sie haben einen Schwamm befestigt, der Fräulein Rommel auf den Kopf fiel.
BERTA MOLT [vermutlich]: Es ist auch schwer, bei den großen Klassen das zu machen. Ich glaube, sie würde sich schon nach und nach hineinarbeiten.
RUDOLF STEINER: Es wäre auch notwendig, dass man eine zweite Handarbeitslehrerin anstellt.
BERTA MOLT: Vormittags werde ich immer da sein können, aber nachmittags kann ich mich nicht verpflichten.
RUDOLF STEINER: Respekt haben die Kinder keinen vor Fräulein Rommel. Wenn man eine tüchtige Kraft hätte: Ob man die Klassen nicht teilen könnte, dass die Kinder abteilungsweise kommen?
KARL STOCKMEYER [vermutlich]: Stundenplanmäßig [ist das] nicht durchführbar.
RUDOLF STEINER [vermutlich]: Sie ist ein bisschen weich. Ich glaube, sie [hat] etwas von tantiger Schwere. Ich habe eine - ich war wenig darinnen, aber das eine Mal musste ich mir sagen, warum hat das Kind keinen Fingerhut? Ich habe immer gesagt, wir müssen die Kinder daran gewöhnen, mit Fingerhut zu nähen. Es kann das Kind nicht ohne Fingerhut nähen, das geht fast nicht [an]. Sie haben ohne Fingerhut genäht.
Ich muss ihnen sagen, für den Handarbeitsunterricht weiß ich niemanden, weil ich nicht die Gelegenheit habe, jemanden zu finden. Ich habe keine Beziehungen nach dieser Richtung. Sehen Sie, alle diese Dinge sind hinterher furchtbar schwer, denn hier ist das Mitleid noch mehr am Platze als bei Herrn Neumeister. Man hat anfänglich gesagt: Darauf kommt es nicht an, dass Fräulein Rommel die Kinder nicht ruhig halten konnte. Das müsste sich erst zeigen. Man konnte doch nicht vorher wissen, dass sie die Kinder nicht ruhig halten kann. Das müsste sich erst zeigen.
[Auf eine Bemerkung:] Man kann Überraschungen erleben. Im Allgemeinen glaube ich, man kann schon schen, gerade diese Dinge kann man sehen. Man kann von vorneherein nicht sehen, ob sie Disziplin halten kann.
Jemand bemerkt: Es darf niemand im Kollegium sein, der nicht von Herrn Doktor berufen ist.
EMIL MOLT oder KARL STOCKMEYER: Man konnte nicht jeden Einzelnen nach Dornach schicken.
RUDOLF STEINER: Ich will nicht einen Vorwurf machen. Ich will nur zum Richtigen kommen.
[Auf eine Frage:] Sie müssen bedenken, für den Handarbeitsunterricht sind nicht immer die Leute im Lehrerkollegium. Das wäre eine andere Frage. Wir haben - ich weiß es - Fräulein Rommel ist nur auf Empfehlung hineingekommen.
Es stellt sich heraus, was geschehen muss. Das äußerste Mitleid in der Beziehung ist am Platze. Es könnte infrage kommen, dass eine zweite Handarbeitslehrerin angestellt würde. Schwer scheint es mir zu sein, sie abzuschieben.
Es wird bemerkt: Fräulein Rommel hat Schwierigkeiten mit ihrer Familie.
Weitere Bemerkungen über die Frage, wer im Lehrerkollegium sitzen soll.
RUDOLF STEINER: Es ist gar nicht von vornherein ausgemacht gewesen, dass die Handarbeitslehrer, [die Fachlehrer], im Lehrerkollegium sitzen sollen. Dann ist alles schließlich, über das ich Kenntnis bekommen habe, dass alle, die mit dem Unterricht zu tun haben, im Kollegium sind. Dann ist ein engeres Kollegium, in dem die Klassenlehrer sind mit den [älteren] Fachlehrern, neben dem erweiterten Kollegium. Dann ist es nicht auf einer solchen Basis. Hier konnte sich die Frage gar nicht erheben. Das ist ein neuer Gesichtspunkt.
Jemand sagt: Mir scheint der Gesichtspunkt der zu sein, dass niemand im Kollegium sein sollte, der nicht von Herrn Doktor berufen ist. Dass nicht jedes Hiersein in irgendeiner Position einfach das selbstverständliche Beisitzen beim Kollegium zu bedeuten hat. Beim Kollegium kann nicht jeder sein.
Ein anderer fragt: Wer sollte denn beim Kollegium sitzen?
RUDOLF STEINER: Ja, im Kollegium sollten nur die sitzen, die leitende Lehrer sind, [die ausübenden, nicht die beurlaubten]. Im Kollegium müssten im Grunde genommen diejenigen sein, die ursprünglich zur Schule gehört haben, und die, die später gekommen sind, [bei denen] man es bedauern [kann], [dass] sie den Kursus [vom vorigen Jahr] nicht gehört [haben]. Da müsste man nachhelfen, ihnen helfen, wenn es geordnet ist. Da haben wir immer verhandelt, wie bei Dr. Schubert und Kolisko. Wer als wirklicher Lehrer hereinkommt, darüber ist [immer] verhandelt worden.
WALTER JOHANNES STEIN: Ich muss für meine Frau die Frage stellen. Mir war es nicht recht, dass sie während ihrer Urlaubszeit im Kollegium gesessen hat.
RUDOLF STEINER: Das hat keinen Sinn. Ich habe schon gesagt, warum sitzt Frau Stein da? Das darf Sie nicht beleidigen. Erstens müsste man ausübend sein, wenn man hier sitzt, zweitens müsste man wirklicher Lehrer sein.
BERTA MOLT: Dann gehöre ich auch nicht dazu.
RUDOLF STEINER: Sie sind Schulmutter. Das war von Anfang an in Aussicht genommen gewesen. Frau Doktor sitzt hier als Leiterin der eurythmischen Abteilung, Herr Molt als Protektor der Schule. Das war von Anfang an in Aussicht genommen, da ist kein Zweifel.
Wenn es besprochen ist, da ist nichts zu sagen. Bei Strakosch ist es nicht besprochen worden. Sogar dieser eine Fall ist besprochen worden, wenn einmal, wo, weil ich da wirklich Vertrauen hatte, wo einmal der Baravalle darin war, das ist ein Ausnahmefall. Das ist besprochen worden. Er hatte die Vertretung, er war ausübend. Dann wusste man [auch], dass er in ein Verhältnis mit dem Kollegium kommt, weil er sicher einmal eine erste Kraft sein wird. Aber Strakosch hat ja nie vertreten. Ich habe Strakosch furchtbar gern, persönlich ist es mir angenehm, wenn er da sitzt. Falls sie in Aussicht genommen werden sollte, dann könnte sie attachiert sein. Wenn das aber nicht in Aussicht genommen ist, müsste man für sie sorgen [?]. Man könnte sie attachiert [sein lassen]. Sie braucht ja nicht bei den Lehrerkonferenzen zu sein. Das ist gerade dasjenige, was ich bei ihr glaube. Sie würde nur in einer furchtbaren Lage sein. Mit ihr kann man reden. In Anbetracht des großen Kinderzuwachses kann man es machen. Dann wird man, glaube ich, sagen können, dass Fräulein [Rommel] attachiert wird. Dann wird man über die Schwierigkeiten hinwegkommen. Jetzt fragt sich nur, wer [als Lehrer noch] in Betracht kommt.
Es wird gefragt: Müsste diese [neue] Handarbeitslehrerin Anthroposophin sein oder [kann es] eine außenstehende Dame [sein]?
RUDOLF STEINER: Da bin ich nicht darauf versessen. Das ist schon durchgesprochen.
Sonst würde Fräulein Nierl in Betracht kommen für den Handarbeitsunterricht.
Dann wäre ja der Fall für den Handfertigkeitsunterricht, da würde ich vorschlagen, dass zunächst [mit Wolffhügel] verhandelt wird, um zu sehen, ob er will. Ich glaube tatsächlich, dass der Wolffhügel sich eignen könnte. Das wäre glänzend. Er ist Maler und [arbeitet in] einer Möbelschreinerei. Der Rosenberg würde sich nicht eignen, trotzdem er viele kunstgewerbliche Sachen gemacht hat. Aber der Wolffhügel würde sich eignen. Das wäre ausgezeichnet.
Jetzt muss man [nur] wissen, wer von den neu zu Berufenden in die Konferenz kommt. Wolffhügel käme für die Konferenz in Betracht.
Dann würden wir für die ersten Klassen zwei Lehrer brauchen. Da würde ich für die Klasse 1b vorschlagen Fräulein Maria Uhland [und für die Klasse la den Killian]. Ich würde meinen, dass man den Killian provisorisch anstellt und ihn [noch] nicht ins Kollegium aufnimmt. Ich habe ihn nur einmal ganz flüchtig gesehen. Ich würde ihn nicht ohne Weiteres zurückweisen können. Ich würde provisorisch — ebenso bei Fräulein Uhland, nachdem die Sache berührt worden ist - auch noch ein Provisorium vorschlagen, [auf] Widerruf.
Dann hat die 2. Klasse Fräulein von Mirbach,
[die] 3. Klasse Pastor Geyer,
[die] 4. Klasse Fräulein Lang,
[die] 5. Klasse Frau Koegel.
Dr. Schubert [hat] die Schwachen, [die Hilfsklasse], dann hat
[die] 6. Klasse Fräulein Dr. von Heydebrand.
Dann brauchen wir noch jemanden. Nun ist es so, wenn sich nicht jemand anderes findet, so könnte man ebenso gut Pastor Ruhtenberg [heranziehen], so könnte es sein, dass er im Laufe des nächsten Jahres in Aussicht käme. Ich habe schon gemeint, dass man ihn anstellen könnte. Ein tüchtiger Mensch ist er ganz zweifellos. Ein Mensch, der sich mit allen Kräften hineinleben würde. Man könnte bei ihm warten, da wir doch an die Erweiterung der Schule denken. Baravalle muss später einmal für die höheren Klassen in Betracht kommen. Wissen Sie etwas, ob Baravalle einen Doktortitel hat? Da ist mir Baravalle eine noch wertvollere Kraft als Ruhtenberg. Er wäre eine ausgezeichnete Kraft für die [zweite] 6. Klasse. [Eine] viel bessere Kraft als der Ruhtenberg. Dann würde ich doch meinen, dass wir den Baravalle nehmen. Das kann er ohne Weiteres erledigen - er kann den Doktor auch hier machen. Es muss nur eine bestimmte Zeit verfließen.
Dann 7. Klasse, Kolisko: Die gesamte 7. Klasse übernimmt Dr. Kolisko.
Über den Hauptunterricht in der 7. und 8. Klasse.
RUDOLF STEINER: Dann würde ich meinen, dass wir es [mit] der 8. und 9. Klasse machen wie bisher mit der 7. und 8. Wie haben Sie das gemacht?
HERBERT Hann oder WALTER JOHANNES Stein: Wir haben wochenweise gewechselt. Wir haben den Eindruck, wenn wir zum Ursprünglichen zurückgekehrt [sind], wenn wir tageweise gewechselt haben, dass wir dann die Klasse nicht gut kennengelernt haben.
RUDOLF STEINER: Der Gesichtspunkt ist, dass es besser ist, acht Tage lang vorzutragen. Besser wochenweise als tageweise.
HERBERT HAHN oder WALTER JOHANNES STEIN: Warum wir zwei unsere Klasse nicht so gekannt haben, darüber bin ich mir nicht ganz im Klaren. Es mag sein, dass die Schuld an einem anderen Punkte liegt. Die Tatsache ist die, dass ich die Kinder am wenigsten von allen Kollegen kennengelernt habe. Ich war nicht dabei. Das «tageweise» war keine Beziehung. Es kommt mir darauf an, dass wir wissen, wie wir es halten sollten. Mir wäre es wochenweise lieber als tageweise.
HERBERT HAHN oder WALTER JOHANNES STEIN: Ich finde auch, dass es wochenweise bequemer war. Könnte Herr Doktor etwas sagen, was daran schuld ist?
RUDOLF STEINER: Das wird nicht besser, bis Sie ganz genau das Rationelle in Bezug auf die Behandlung und den Gang des Lehrstoffes haben. Sie haben sich erdrückt gefühlt. Sie sind überhaupt wenig mit den Schülern in Kontakt gekommen. Sie haben zu viel vorgetragen.
Jemand fragt wegen ELISABETH VON GRUNELIUS.
RUDOLF STEINER: Da muss die Frage gerichtet werden, ob Fräulein Lämmert zum Kollegium gehört. Da müssen wir uns klar werden, wie es mit Fräulein von Grunelius ist. Ich habe gedacht, dass sich Fräulein Grunelius viel besser hineinfindet, als sie sich hineingefunden hat. Ich bin zur Überzeugung gekommen, wenn die 1. Klasse zu besetzen gewesen wäre, ich hätte Fräulein von Grunelius nicht vorschlagen können.
Um 5½ Uhr ist Konferenz. [Ohne] Frau Dr. Stein, Grunelius, Neumeister, Rommel. Aber nicht, dass jemand neu hinzukommt! Nach Dischingen können wir Sonntagnachmittag. Es ist schon hart, dass der Mittwochnachmittag ausgefallen ist dadurch, dass wir auf der Straße lagen.