Die Entstehung und Entwickelung der Eurythmie 1918–1920
GA 277b — 31 January 1920, Dornach
Ansprache zur Eurythmie
Gestatten Sie, meine sehr verehrten Anwesenden, dass ich auch heute, wie immer vor diesen Vorstellungen, ein paar Worte über den Charakter unsrer eurythmischen Kunst vorausschicke. Es geschieht das gewiss nicht, um eine Art Erklärung abzugeben über die eurythmische Kunst als solche; das wäre ein unkünstlerisches Beginnen, denn alles Künstlerische muss ja wirken nicht durch irgendeine theoretische Anschauung, sondern durch den unmittelbaren Eindruck, [durch] dasjenige, was sich unmittelbar in der Kunst offenbart. Allein, es kann ja unsere eurythmische Kunst sehr leicht verwechselt werden mit allerlei Nachbarkünsten. Es wäre wirklich eine Verwechslung, wenn man sie gleichstellen würde mit Tanzkunst, Gebärdenkünsten und dergleichen, denn was Sie hier als Eurythmie vorgeführt bekommen werden, ist aus ganz bestimmten neuen Kunstquellen herausgeschöpft. Und wie alles, was hier getrieben wird, wofür dieser Bau —das Goetheanum - der Repräsentant sein soll, wie alles durchtränkt ist von dem, was man nennen kann Goethe’sche Weltanschauung, so ist auch unsere eurythmische Kunst durchtränkt von Goethe’scher Kunstgesinnung und Goethe’scher Kunstauffassung.
Natürlich muss dabei Goethe nicht so genommen werden, wie die Goethegelchrten ihn nehmen: Als diejenige Persönlichkeit, die 1832 gestorben ist und deren Lebenszeit man äußerlich studieren kann. Sondern Goethe muss so genommen werden: als ein fortwirkender Kulturfaktor der Menschheit, der auch jetzt noch mit jedem Jahre ein anderer wird. Wenn von Goethe gesprochen wird, von Goetheanismus, so wird nicht von dem Goetheanismus des Jahres 1832 gesprochen, sondern von dem Goetheanismus des 20. Jahrhunderts, vom Jahre 1920. Und da handelt es sich darum, dass ja Goethe an die Stelle der toten, auch unsere heutige Anschauung noch beherrschenden Orientierung über die Welt, eine lebendige setzen wollte. Diese lebendige Anschauung namentlich von dem Wirken der Lebewesen selbst bis herauf zum Menschen, wie sie sich bei Goethe findet, sie ist noch lange nicht genug gewürdigt, lange nicht irgendwie verstanden. Sie wird ein Einschuss der ganzen geistigen Entwicklung der Menschheit werden müssen. Diejenigen, die heute glauben schon etwas zu verstehen von Goetheanismus in seiner Richtung, die missverstehen gerade das Allerintimste, das Allergewichtigste.
Dasjenige, was hier als eurythmische Kunst dargeboten wird, es ist aus Goethe’schem sinnlich-übersinnlichem Schauen herausgeholt, aus dem ganzen Menschen. So, wie Goethe in der ganzen Pflanze nach seiner lebendigen Weltauffassung ein komplizierter ausgestaltetes Blatt sieht, so ist in der Tat nicht nur der Form nach, sondern allen Bewegungen nach, die er machen kann, der Mensch nur eine kompliziertere Ausgestaltung eines einzelnen seiner Organe, und insbesondere eine Ausgestaltung in komplizierterer Art des hervorragendsten, eigentlich menschlichsten Organes - des Kehlkopfes und seiner Nachbarorgane, wenn sie die Werkzeuge abgeben für die Lautsprache.
Nun aber handelt es sich darum, dass man erstens, um Eurythmie hervorzubringen durch sinnlich-übersinnliches Schauen, sich in die Lage versetzt - was eine langwierige seelisch-geistige Arbeit ist - zu erkennen, welche Bewegungen, namentlich aber Bewegungsanlagen zugrunde liegen dem Kehlkopf, der Lunge, dem Gaumen, der Zunge und so weiter, wenn sie hervorbringen die Lautsprache. Da liegt zugrunde - das kann schon abgenommen werden daraus, dass ja die ganze Luftmasse eines Raumes, in welchem ich spreche, in Bewegung ist -, da liegt zugrunde eine gewisse Bewegung. Auf diese Bewegung wenden wir die Aufmerksamkeit nicht, wenn wir dem Ton zuhören, wenn wir der Lautsprache zuhören.
Aber diese Bewegung kann eben abgesondert erkannt werden, und dann kann sie übertragen werden auf Bewegungen des ganzen Menschen. Und so werden Sie sehen, wie der ganze Mensch vor Ihnen hier auf der Bühne gewissermaßen zum Kehlkopfe wird und dadurch in der Eurythmie tatsächlich eine stumme Sprache entsteht, eine stumme Sprache, die nicht irgendwie willkürlich auszudeuten ist, sondern die ebenso gesetzmäßig aus den Organanlagen des menschlichen Organismus hervorgeholt ist wie die Lautsprache. Aber dadurch, dass so dasjenige, was sonst unsichtbar bleibt, beim Sprechen sichtbar gemacht wird - teils durch den bewegten Menschen, teils durch die Menschengruppen in ihren gegenseitigen Bewegungen und Stellungen -, dadurch kann man das Künstlerische des Sich-durch-die-Sprache-Offenbarens besonders herausheben.
Denn in unserer Sprache ist, auch wenn dichterische Kunst sich durch sie ausdrückt, in der Tat nur so viel wirkliche Kunst, als in dieser Sprache Musikalisches auf der einen Seite ist, und Plastisch-Gestaltetes auf der anderen Seite ist. Dasjenige, was der wortwörtliche Inhalt ist, worauf man gewöhnlich, wenn man unkünstlerisch die Dichtungen betrachtet, den größten Wert legt, das gehört eigentlich gar nicht zum Wirklichen der Kunst. Die Werke der wirklichen Kunst sind viel seltener, als man denkt. Schiller hatte, bevor er den wortwörtlichen Inhalt eines Gedichtes in der Seele sich vergegenwärtigte, immer eine Art wortloses melodiöses Element zugrunde liegend, ein rhythmisches, taktmäßiges, melodiöses Element, und daran reihte er erst das Wortwörtliche auf. Goethe, der mehr ein plastischer Dichter war, er hatte etwas Gestaltendes in seiner Sprache. Und dieses Gestaltende, das kann man durchschauen, wenn man wirkliche Goethe’sche Dichtung empfinden kann.
So ist dasjenige, was eigentlich der Dichtung zugrunde liegt, selbst schon ein verborgenes Eurythmisches. Es wird studiert und auf die Bewegungen des ganzen Menschen übertragen. Dann ist nichts Willkürliches in diesen Bewegungen, dann ist in diesen Bewegungen etwas, was so gesetzmäßig nacheinander verläuft, wie die melodiöse Gesetzmäßigkeit oder die Gesetzmäßigkeit der Harmonie nebeneinander in der Musik selber sich offenbaren. Dadurch erreicht man es aber, dass man gerade in der Eurythmie etwas besonders Künstlerisches zustande bringen kann, denn in unserer Lautsprache ist viel Konventionelles, Nützlichkeitsgemäßes eingeschaltet. Wir haben ja unsere Sprache zur menschlichen Verständigung. Was ihr anhaftet von dieser Seite her, das ist gerade das Unkünstlerische, sodass das Künstlerische immer mehr zum Vorschein kommt, je mehr das Unbewusste der Sprache hervordringt.
Man darf nicht vergessen, dass die Sprache eigentlich auch im einzelnen Menschen aus dem Unbewussten, Traumhaften heraus geboren wird. Das Kind ist noch nicht zum vollen Bewusstsein seiner selbst erwacht, während es sprechen lernt. So, wie die Bilder des Traumes sich hineinstellen in das menschliche Bewusstsein als ein Dunkles dieses Bewusstseins, so ist noch das Bewusstsein des Kindes dunkel, wenn die Lautsprache von ihm gelernt wird. Das deutet auf der einen Seite darauf hin, wie die Lautsprache etwas enthält, was aus dem Unbewussten des Menschen heraufquillt. Auf dieses Unbewusste muss man bei allem Sprachlichen Rücksicht nehmen. Ich bitte Sie nur, vor allen Dingen zum Beispiel das eine zu bedenken: Grammatik, also der innerlich logische Aufbau der Sprache, der dann in Künstlerisches übergeht, wenn die Sprache eben künstlerisch behandelt wird, der ist nicht etwa bei den sogenannten zivilisierten Sprachen der vollkommnere oder das Ausgebaute, sondern gerade bei den unzivilisierten Sprachen ist gewöhnlich die kompliziertere [Lücke im Text] Grammatik vorhanden.
Also nicht aus dem, was aus dem zivilisierten Bewusstsein heraus stammt, kommt dasjenige, was die Sprache als ihre Gesetzmäßigkeit durchzieht. Dieses gesetzmäßige, unterbewusste Element, das ist es, was herausgeholt wird aus dem Menschen. Dadurch wird die Eurythmie allerdings das Gegenteil des Träumerischen. Während der Traum ein Herabstimmen des Bewusstseins bedeutet, vor allen Dingen ein Herabstimmen des Willens, wird in Eurythmie der Wille, wie er in der Sprache entsteht, [der] als ein Element [sich] hineingestaltet, herausgeholt; willensmäßig [wird] ein Sich-Offenbaren des Menschen durch eine stumme Sprache herbeigeführt. Dadurch aber gelangen wir geradezu bewusst in das unbewusste Schöpferische des Menschen hinein, und wir kommen dazu, den Menschen selber in seiner ganzen organischen Gestaltung und Bewegungsmöglichkeit als ein künstlerisches Werkzeug zu benützen.
Und wenn man bedenkt, dass der Mensch das vollkommenste Wesen ist, sagen wir, das wir in dieser Welt kennen, so muss auch, wenn man sich seiner bedient als eines künstlerischen Werkzeuges, etwas wie eine Verkörperung des künstlerischen Ausdruckes, der sonst möglich ist, überhaupt herauskommen. So sehr ist alles aus der Gesetzmäßigkeit der menschlichen Natur bei dieser Eurythmie herausgeholt, dass durchaus nichts Willkürliches - also nicht Zufallsgebärden oder dergleichen - drinnen sind. Wenn zwei Menschen oder zwei Menschengruppen an zwei ganz verschiedenen Orten ein und dieselbe Sache eurythmisch darstellen würden, so würde die Darstellung nicht mehr Unterschiede aufweisen, als wenn ein und dieselbe Sonate nach einer subjektiven Auffassung gegeben würde. Es ist immer eine Gesetzmäßigkeit im Eurythmischen da, so wie im Musikalischen selbst. Daher kann durch diese stumme Sprache der Eurythmie, die aus derselben Naturgesetzmäßigkeit hervorgeholt worden ist wie die Lautsprache, gerade ein tiefer Künstlerisches erreicht werden, indem das Gedankenmäfige, das sonst in der Sprache wirkt, zur Ausschaltung gekommen ist.
Und so werden Sie sehen, wie auf der einen Seite Ihnen Dichtungen oder auch selbst musikalisch Ausdrückbares durch die stumme Sprache der Eurythmie dargestellt werden. Parallel gehend werden Sie dann in einigen Fällen Musikalisches sehen, das ja nur eine andere Ausdrucksart gibt desjenigen, was eurythmische Darstellung ist. Auf der anderen Seite werden Sie Dichtungen durch die Lautsprache rezitiert hören, und dabei werden Sie sehen, dass man ja gerade gezwungen ist, wenn man dieselbe Dichtung, die auf der Bühne durch die Eurythmie plastizierend dargestellt wird, wenn man sie rezitierend begleitend darstellt, [dass] man gezwungen ist, abzugehen von dem heutigen Unkünstlerischen des Rezitierens, das auf der besonderen Hervorhebung des Inhaltes allein beruht. Dass es vielmehr hier darauf ankommt im Rezitieren, auszudrücken dasjenige, was in der Dichtung selbst schon eurythmisch ist. Was als plastische Gestaltung, Rhythmus, Takt, Musikalisches der eigentlichen Dichtung zugrunde liegt und wofür dasjenige, was als bewegtes Element in der Dichtung lebt taktmäßig, rhythmisch, dasjenige, was im Gestalteten geahnt werden kann hinter den Worten - das muss in der Rezitation, die besonders diese Eurythmie begleiten soll, ganz besonders ausgearbeitet werden. Daher wird wieder zurückgegangen werden hier auf diejenige Form der Rezitationskunst, die geübt wurde, als man noch ein Gefühl hatte von der eigentlichen Rezitationskunst. Heute ist das sehr selten vorhanden, heute nimmt man mehr den Prosainhalt, nur das eigentlich Unkünstlerische selbst in der Dichtung wahr und rezitiert danach. So wird heute natürlich noch missverstanden werden die Eurythmie selbst, weil sie etwas durchaus Neues in den Quellen darstellt, aus denen sie hervorgeholt ist, und missverstanden werden wird vielleicht auch die begleitende Rezitation. Allein, darauf kommt es nicht an. Alles dasjenige, was sich als ein Ursprüngliches hineinstellt in die menschliche Zivilisationsentwicklung, das wird ja zumeist mit scheelen Augen angesehen. Dennoch darf ich aber bitten, zu berücksichtigen, dass wir selbst die strengsten Kritiker sind und sehen, was wir heute noch nicht können. Wir betrachten das, was wir heute schon leisten können, als nichts anderes als einen Anfang, der gar sehr der weiteren Ausbildung, der weiteren Vervollkommnung bedarf. Sie werden zwar sehen, dass Dichtungen, die selbst schon als Impressionen gedacht sind wie das «Quellenwunder», die also schon Eurythmisches in sich haben, dass diese Dichtungen sich besonders, ich möchte sagen wie selbstverständlich in Eurythmie umsetzen lassen. Sie werden aber auch sehen, dass, wo wirkliche innere Beweglichkeit und Plastik in einem Gedichte ist wie in so vielen Goethe’schen Gedichten, dass da in der Tat die Eurythmie manches leisten kann.
Auch in den Humoresken, die wir Ihnen heute vorführen werden, werden Sie sehen, wie man nachkommen kann, ohne dass man Pantomime und Mimik, die nur Zufallsgebärden sind, zu Hilfe nimmt, wie man nachkommen kann durch eurythmisch-musikalische Raumformen diesen Dingen, also durch eurythmisch in den Raum umgesetztes Musikalisches nachkommen kann dem, was als Komisches, Groteskes in der Dichtung auftritt. Gerade dieses Unterliegende wird ja ganz besonders getroffen.
Ich bitte Sie also, unsere Vorstellung mit Nachsicht aufzunehmen. Wir können Ihnen heute nur den Anfang bieten, können aber dennoch sagen, dass die Eurythmie - weil sie sich bedient des Menschen, der ein wirklicher Mikrokosmos ist, als ihres Instrumentes, als ihres Werkzeuges - vielleicht auf sich anwenden lässt das Wort, mit dem Goethe das eigentlich Künstlerische charakterisieren wollte: Wenn der Mensch auf den Gipfel der Natur gestellt ist, so sieht er sich wieder als eine ganze Natur an, die in sich abermals einen Gipfel hervorzubringen hat. Dazu steigert er sich, indem er sich mit allen Vollkommenheiten und Tugenden durchdringt, Wahl, Ordnung, Harmonie und Bedeutung aufruft und sich endlich zur Produktion des Kunstwerkes erhebt. Oder das andere schöne Wort: «Wenn die gesunde Natur des Menschen als ein Ganzes wirkt, wenn er sich in der Welt als in einem großen, schönen, würdigen und werten Ganzen fühlt, wenn das harmonische Behagen ihm ein reines, freies Entzücken gewährt - dann würde das Weltall, wenn es sich selbst empfinden könnte, als an sein Ziel gelangt aufjauchzen und den Gipfel des eigenen Werdens und Wesens bewundern.»
Es soll durch den Menschen in der Eurythmie eine Sprache gesprochen werden nicht wie in der Lautsprache, wo der individuelle Mensch, der einzelne Mensch aus seinen Emotionen heraus spricht, sondern es soll so gesprochen worden, als wenn der Mensch in der ganzen Menschenwesenheit eingeschaltet wäre und durch sie, aus ihr heraus sprechen würde.
Das ist, wie gesagt, alles noch im Anfange, aber wir sind auch überzeugt, dass - eben weil wir selbst unsere strengsten Kritiker sind und obwohl wir um nachsichtige Beurteilung bitten -, wir sind überzeugt, dass diese Eurythmie immer weiter ausgebildet werden wird, durch uns oder wahrscheinlich durch andere. Und wenn sie Interesse findet in weitesten Kreisen, so wird sie sich einstmals als eine vollberechtigte Kunstform neben andere, ältere vollberechtigte Kunstformen hinstellen können.
[Vor der Pause:]
Wir werden Ihnen nach der Pause, meine sehr verehrten Anwesenden, eine Gnomen- und Sylphenszene vorführen können. In derselben ist versucht, die geheimnisvollen Kräfte der Natur, die sich im Zusammenleben des Menschen mit der Natur offenbaren können, zur Offenbarung zu bringen, und zwar dasjenige im Naturwalten, was nicht erreicht werden kann durch ein Eingehen auf die Natur in bloß abstraktem Denken oder auf das sogenannte Naturgeschehen. Es wird vielleicht noch lange nicht zugegeben werden, dass in der Natur ein Wirken und Walten, ein Weben und Leben ist, das eben durch Abstraktion und durch Naturgesetze nicht zu erreichen ist, sondern das nur dann erreicht werden kann, wenn sich unsere Naturauffassung durch wirkliche künstlerische Formen belebt. Die Natur sagt uns so viel und so Intensives, dass, was sie uns sagt, wohl in umfangreicheren und intensiveren Formen gesagt werden muss, als durch abstrakte Naturgesetze geschehen kann.
So etwas ist versucht worden, herauszuholen aus jenen Naturgesetzen: Was wir dann erleben, wenn wir das Menschenwesen so recht in ein reines, ich möchte sagen in ein intimes Bild mit dem bringen, was durch die Natur wallt und webt, so etwas ist also in diesem Gnomen- und Sylphenchor einmal versucht worden. Und auch da liegt Goethe’sche Kunstgesinnung zugrunde. Denn Goethe hat durchaus die Kunst mit dem Erkennen in ein sehr nahes Verhältnis gebracht, und er sieht in der Kunst dasjenige, was zu gleicher Zeit ein höheres Erkennen des Menschen- und Weltenrätsels vermittelt, als es das bloße Naturerkennen kann. Deshalb sagt auch Goethe: «Wem die Natur ihr offenbares Geheimnis zu enthüllen anfängt, der empfindet eine unwiderstehliche Sehnsucht nach ihrer würdigsten Auslegerin, der Kunst.» Und man wird schon einmal noch einsehen, wenn das auch heute noch als irgendetwas Laienhaftes oder Dilettantisches angesehen wird gegenüber der sogenannten strengen Wissenschaft, man wird schon auch einsehen, dass durch ganz andere Mittel, als diese strenge Wissenschaft bieten kann, dasjenige erkannt werden muss, was in der Natur als Geheimnis waltet, namentlich, dass man gerade durch ein künstlerisches Eingehen auf dasjenige, was die Natur aus sich heraus offenbart, wenn man nur sich auf sie einlässt, ihre Geheimnisse erkennen kann.