The History of the Anthroposophical Society 1913–1922
GA 251 — 20 May 1913, Stuttgart
6. Die Verpflichtung zum Unterscheidungsvermögen
Meine lieben Freunde!
Bevor ich zu der heutigen Betrachtung komme, gestatten Sie mir doch noch ein Wort. Es wird unter unseren Freunden vielleicht nicht unbekannt geblieben sein, dass es meiner Neigung entsprechen würde, am liebsten von den sachlich-theosophischen Dingen von Anfang an zu sprechen, nämlich von den objektiven Angelegenheiten der geistigen Welt. Aber manchmal stellt sich doch die Notwendigkeit heraus, ein Wort an unsere Freunde zu richten, das nicht zur Sache, sondern zu unseren Angelegenheiten gehört. So sehr es mir widerstrebt, es mess manchmal geschehen. Es musste in der mannigfaltigsten Weise geschehen in der Zeit, deren Angelegenheiten geführt haben zu dem freien Auf-sich-selbst-Stehen der Anthroposophischen Gesellschaft; und es wird eben bedauerlicherweise von Zeit zu Zeit immer wieder notwendig. Daher gestatten Sie mir auch heute, dass ich einige Worte zu Ihnen spreche, bevor wir zu dem Gegenstande unserer Betrachtung kommen.
Es ist allerdings dann immer so, dass man nicht recht weiß, wo man anfangen soll. Aber es kommt immer wieder und wiederum vor, dass sich innerhalb unserer Reihen diese oder jene Missverständnisse, diese oder jene missverständlichen Dinge einschleichen. Der, der das am besten begreifen kann, der, der das wirklich gut begreifen kann, bin wirklich ich selber. Aber wenn eben gar nichts gesagt würde, ginge es eben auch nicht. Ich will Sie nicht mit irgendwelchen Angelegenheiten behelligen, die oft genug besprochen worden sind. Denn mir ist, ich möchte sagen, bis zu einer Art gruseligem Gefühl öfter von diesen oder jenen in letzter Zeit gesagt worden: Gott sei Dank! Nun, [da] wir die Anthroposophische Gesellschaft haben, jetzt brauchen wir uns um die Sache nicht mehr zu kümmern, jetzt können wir Ruhe haben. - Es ist ein schönes Gefühl, Ruhe zu haben. Aber es wird einem gruselig vor diesem hochgesteigerten Ruhebedürfnis, wenn von der anderen Seite nicht Ruhe gegeben wird. Und für dieses Nicht-Ruhe-Geben sorgen genug andere Leute um uns herum! Darum möchte ich die herzliche Bitte an Sie richten, nicht gar zu sehr nach diesem Ruhebedürfnis dahinzuleben. Missverständnisse entstehen leicht, entstehen begreiflicherweise. Und würde man mich immer verstanden haben seit 1907, so würden mancherlei Dinge nicht gekommen sein, die ganz begreiflicherweise gekommen sind. Würde man - ich will gar nicht mehr sagen, denn ich verlange kein blindes Vertrauen —, aber würde man den Willen gehabt haben, das, was ich versuchte, mit einer gewissen Deutlichkeit zu vertreten, einzusehen, würde man versucht haben, zu verstehen manches, was in den Dingen lag, die ich versucht habe, so würde man schon seit dem Jahre 1907, vielleicht auch schon von früher her, ein gewisses Unterscheidungsvermögen sich angeeignet haben.
Verzeihen Sie, wenn ich diese Dinge so trocken, vielleicht scheinbar anmaßend bespreche; aber es muss doch geschehen, weil es kein anderer sagt. Gern würde ich es nicht sagen. Hätte man sich Unterscheidungsvermögen überall da angeeignet, wo Arbeit für den weiteren Verlauf unserer Sache in Betracht gekommen ist, dann würde nicht immer wiederum der Fall haben eintreten können, dass neben dem, was versucht wird von uns, was versucht wird, wie unsere Freunde wissen können, aus Ernst, aus wirklichem Ernst mit dem Okkultismus auf der einen Seite und mit der okkulten Zeitlage, die ich vorgestern vor Ihnen nach einer Seite hin zu charakterisieren versuchte, würde man sich ein rechtes Gefühl angeeignet haben für den Ernst, mit dem wir die Sache eigentlich nehmen sollen, so würde es nach und nach sich von selbst gegeben haben, dass gar mancherlei egoistisches Zeug — gestatten Sie den Ausdruck -, auch solches egoistische Zeug, das in den genannten Jahren von Adyar gekommen ist, einfach in der richtigen Weise wäre angesehen worden.
Es hat mir, muss ich sagen, eine gewisse Traurigkeit verursacht - missverstehen Sie den Ausdruck nicht, der Okkultist kennt in gewissem Sinne keine Traurigkeit —, aber doch muss ich sagen: Es hat mir eine gewisse Traurigkeit verursacht, dass bei der Art, wie die Dinge versucht sind, doch die Frage hat auftreten können: Wie verträgt sich die Anschauung, die hier vertreten wird von dem Christus-Problem oder ähnlichen Dingen, mit dem, was von Misses Besant vertreten wird? — Deshalb verursacht es mir Traurigkeit, weil man ersehen konnte, dass der Ernst, mit dem die Sachen hier versucht werden zu machen, doch nicht in der richtigen Weise gewürdigt, doch nicht in der richtigen Weise aufgefasst wird. Weil es kein anderer sagt, muss ich die Sache sagen, die ich am liebsten nicht sagen möchte, weil sie missverstanden werden könnte. Gehofft habe ich ein wenig, dass man nicht nur die Verschiedenheit ins Auge fasst, sondern die ganze Inferiorität, die ganze Minderwertigkeit, die sich in dem okkulten Zeug findet, das manchmal doch so aufgenommen worden ist, als ob man nötig hätte, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Gehofft habe ich, dass Unterscheidungsvermögen für das auftreten würde, wofür man auf anderen Gebieten das Unterscheidungsvermögen hat! — Das sind die Worte, die ich am liebsten nicht selbst ausspreche. - Wenn irgendjemand etwas mit Ernst und Würde macht, und ein anderer macht Pfuscherei, so fragt man nicht: Wie hat das mit Ernst und Würde Gemachte sich auseinanderzusetzen mit der Pfuscherei, mit dem, das sein Nicht können offen an der Stirn trägt!
So war es schon notwendig, am Ausgangspunkt unserer anthroposophischen Bewegung die herzliche Bitte an Sie zu richten, nicht gar zu sehr in dem Bedürfnis nach Ruhe und Gleichgültigkeit zu leben gegenüber dem, was hinlänglich getan wird in der Welt, um Sand in die Augen zu streuen unserer Zeitgenossenschaft über das, was Wirklichkeit ist. Es genügt nicht, dass wir uns mit einer gewissen Neugierde Kenntnisse verschaffen von diesen oder jenen Dingen - sondern es ist notwendig, weil um uns noch andere Menschen leben, zu denen wir Zugang gewinnen müssen mit dem, was im Sinne der Zeitmission getan werden muss —, es genügt nicht, dass man mit einer gewissen Neugierde sich informiert über das, was Ungeheuerliches in der Theosophischen Gesellschaft geschieht, und dass man im Übrigen auf das Ruhekissen der Anthroposophischen Gesellschaft sich setzt, sondern es besteht die Notwendigkeit, dass man in der Seele die entsprechende Stellung gewinnt. Denn wenn diese entsprechende Stellung nicht gewonnen wird, wird immer wiederum in der tollsten Weise das entstellt, was als höchst notwendige Verteidigung gemacht werden muss. Man sollte nicht glauben, dass diejenigen Menschen, die jetzt bemüht sind, alles das zu entstellen, was als eine notwendige Verteidigung von uns ausgehen muss, oder die sich bemühen, in einer vornehm erscheinenden Weise einfach solche unerhörten Angriffe hinzunehmen, man muss nicht glauben, dass die einen oder anderen Leute recht haben. Was gegen uns getan wird, geht vielfach von Leuten aus, an deren Maßnahmen man sehen kann, wes Geistes Kind dahintersteht. Darum darf die Bitte an Sie gerichtet werden: Lassen Sie nicht alte kameradschaftliche Gefühle walten, wo es sich darum handelt, der Wahrheit einen Dienst zu leisten. - In Konflikt musste ich immer kommen im Verlaufe meines Strebens, das ich eingesetzt habe in die Entwicklung der Deutschen Sektion, in Konflikt musste ich immer geraten mit der sich immer mehr breitmachenden Unfähigkeit. Und hätten unsere Freunde immer mehr Unterscheidungsvermögen entwickelt zwischen dem Zeug, das sich breitmacht, und dem, was hier versucht wird - es ist mir unsympathisch, das hier zu sagen —, hätten unsere Freunde versucht, Unterscheidungsvermögen anzuwenden, so wäre nicht möglich gewesen, dass man mir gekommen wäre mit jedem Wisch, der von der andern Seite ausgeht.
Wer die Arbeit kennt, die von dieser Seite geleistet worden ist, weiß, dass hier nicht Intoleranz dahintersteht, sondern [schmerzliche] Notwendigkeit. Mit Unfähigkeit war immer zu kämpfen: Beispiele können leicht herangeholt werden. Man hätte zum Beispiel nicht glauben sollen, dass so vieles möglich gewesen ist, was dann in der Generalversammlung zum Ausdruck kam, dass zu dem Unerhörten noch Unerhörteres hinzugekommen wäre! Nachdem von Adyar aus der Jesuitenvorwurf gemacht worden ist, hätte man glauben sollen, dass diese Unerhörtheiten nicht zu überbieten seien. Misses Besant hat es möglich gemacht, diese Unerhörtheiten noch zu überbieten, indem sie in ihrem Organ, das bis vor kurzer Zeit selbst noch in einigen unserer Logen zur Verlesung gebracht worden ist, es zuwege gebracht hat, den Jesuitenvorwurf nicht etwa zurückzunehmen, sondern ihn zu bekräftigen, zu rechtfertigen durch Berufung auf drei Leute. Es besteht das System, nicht die Unwahrheiten zurückzunehmen, sondern sich auf drei andere zu berufen, die die Unwahrheit gesagt haben.
Wir müssen in der eigenen Seele die Möglichkeit finden, Stellung zu nehmen zu diesen Unerhörtheiten, auch zu folgenden Unerhörtheiten. Eine Persönlichkeit schrieb mir im Anfange der Arbeit der Deutschen Sektion eine Karte, die die Worte enthielt, die freundschaftlich scheinen sollten: «Wir ziehen ja doch an einem Strange.» Ich konnte nicht einen Augenblick denken, mit dieser Persönlichkeit an einem Strange zu zi hen; denn es wäre eine Verletzung unserer ernsten Arbeit gewesen, mit dieser Persönlichkeit an einem Strange zu ziehen. So mussten solche Persönlichkeiten abgeschüttelt werden; denn sie wollten nicht etwa Hilfe haben, um ihre Unfähigkeit etwa zu verbessern, sondern sie wollten sich vordrängen mit ihrer Unfähigkeit. Diese Persönlichkeit ist eine von denjenigen, die jetzt den Jesuitenvorwurf erheben, eine von denen, auf die sich Misses Besant stützt, eine Persönlichkeit, die ebenso wie Misses Besant diesen Jesuitenvorwurf aufrechterhält.
So unangenehm es ist, über diese Dinge zu sprechen, es kann nicht er spart werden, es muss die Seele die Möglichkeit finden, zu diesen Dingen Stellung zu nehmen, es darf nicht der Glaube bestehen, dass etwas etwa berechtigt ist, weil etwas sich Theosophie nennt, in dieser Weise unserer Zeitgenossenschaft zu dienen.
Eine andere Persönlichkeit, welche einstmals mir durch einen Theosophen zugeführt worden war, schickte mir eine Schrift von sich, die sich nicht weiter berührte mit dem, was aus dem Ernst unserer Bewegung notwendig getan werden musste, eine Persönlichkeit, die ich ebenfalls ablehnen musste — mit welchem Rechte, davon zeugt die Vorrede, die diese Persönlichkeit geschrieben hat zu einer Reihe von Schriften, die herausgegeben werden von einem bestimmten Verlage; wie unfähig eine solche Persönlichkeit eines vernünftigen Gedankens ist, könnte jeder, der Unterscheidungsvermögen hat, aus dieser Vorrede entnehmen. Es gibt viele solche Persönlichkeiten. Die Sache erforderte, dass die besprochene Persönlichkeit abgelehnt wurde. Das ist die zweite der Persönlichkeiten, auf die sich Misses Besant stützt. Ich muss solche Sachen immer wieder hervorheben. Verstanden werden sollte es, dass es nicht ein Freibrief ist für alles Mögliche, wenn sich ein Mensch Theosoph nennt. Leicht durchsichtig war die Zurückweisung gegenüber der Jesuitenbeschuldigung, die ausgegangen ist von Deutschland, und die Misses Besant sich neuerdings hat zuschulden kommen lassen, leicht durchsichtig war das, was ich in Berlin gesagt habe. Man hätte finden können, dass es sich nicht darum handelt, über eine Sache so oder so zu denken, sondern dass es sich darum handelt, dass die ganze Sache nicht wahr ist, dass die ganze Sache unwahr ist! Derjenige, der designiert worden ist von Adyar aus zum Generalsekretär der Deutschen Sektion, findet die Möglichkeit, ungefähr das Folgende drucken zu lassen: Herr Dr. Steiner und seine Anhänger lehnen dieses mit Entrüstung ab. Warum eigentlich diese Entrüstung? Ist es unehrenhaft, mit Jesuiten zu tun zu haben, oder ist es kriminell, dogmatisch zu sein?
Also, meine lieben Freunde, der Mann, der das geschrieben hat, wagt es, dieses zu schreiben, um den Leuten - ich will nicht sagen, dass er es beabsichtigt, aber es geschieht dadurch -, um den Leuten Sand in die Augen zu streuen dadurch. Wenn mir jemand sagt: «Du hast in deiner Jugend Steine geklopft», und ich sage: «Es ist nicht wahr», ist es dann eine Entgegnung, wenn jemand sagt: «Steineklopfen ist doch eine ganz ehrliche Beschäftigung.»? Es kommt nicht darauf an, ob es eine ehrliche Beschäftigung ist; es kommt darauf an, dass die Sache nicht wahr ist! Das müssen wir uns angewöhnen: nicht einzugehen auf solche Dinge. Es gibt immer noch Leute, die da sagen: «Das ist gar nicht so schlimm gemeint, er hat sich ja gerechtfertigt.» Es kommt darauf an, dass es nicht wahr ist! Dafür müssen wir uns ein Unterscheidungsvermögen aneignen, dass wir nicht solches Zeug vor Augen haben können, ohne innerlich Stellung dazu zu nehmen, ohne zu empfinden, wie unerhört solche Dinge sind. Es ist leicht, immer wieder journalistische Plänkeleien auszuführen, wenn man das unbehelligt lässt, um was es sich handelt, und schreibt, was mit der Sache nichts zu tun hat, weil die Menschen, die nicht die Verpflichtung fühlen, Unterscheidungsvermögen sich anzueignen, dadurch getäuscht werden.
Es gibt noch eine andere Seite, die ich Ihnen vorlesen möchte, aber die ganze Broschüre ist wiederum so! Ich habe in den «Mitteilungen» eingefügt in den Generalversammlungsbericht, dass mir geschrieben worden ist von dem, der dann der Generalsekretär in Deutschland geworden ist: Es wäre ihm zwar unbegreiflich, wie der Krishnamurti alles das durchgemacht haben könnte, was er durchgemacht haben solle, aber darauf käme es nicht an; die Menschen hätten im Abendlande kein Verständnis dafür, was ein Adept ist. Deshalb hätte Misses Besant den Weg gewählt, denjenigen, mit welchem sie paradiert — das sind seine Worte —, ihn den Christus zu nennen. Gegenüber dieser Anführung wagt man es zu schreiben: «Etwas davon noch wieder Verschiedenes, eine vierte Art des Wortgebrauches «Christus» - ich kann Ihnen allerdings immer nur mit einem Wortgebrauch dienen - «war die [meines Schreibens vom 4. Juli 1911, dass Frau Besant das Wort «Christus; auch gelegentlich gebraucht anlehnend an die Vorstellung des Paulus, aber in exakterem Sinne, nämlich für einen «Adepten» oder «Meister, der das Ziel der menschlichen Vollendung schon erreicht hat. Da die heutige Kulturwelt dafür kein anderes Vorbild kennt als Jesus, rechtfertigt es sich, die Bezeichnung «Christus unter Umständen auch für den Menschen zu gebrauchen, in dem sich das Christus-Wesen] in der ganzen Fülle offenbart.» Die Gegenwart ist aber einmal so beschaffen, dass sie so etwas gedankenlos liest.
Zu meinem großen Bedauern musste ich schon hier davon sprechen: Weil ich darauf aufmerksam machen muss, dass es doch zum Wesen des theosophischen Empfindens gehört, zu fühlen, dass es eigentlich das Unerhörteste ist, was hier unter der Flagge der Theosophie geleistet wird! Das Unerhörteste wäre es, wenn jemand den Glauben hegte, dass solche Leute noch zu bekehren wären! Immer wieder entsteht die Frage: Was man tun könnte, um dem oder jenem eine bessere Meinung beizubringen. Immer wieder entsteht die Voraussetzung, dass es sich darum überhaupt handeln könne! Wer so den Jesuitenvorwurf erhoben hat, kann nicht bekehrt werden. Es wäre das unmöglichste Beginnen, mit einem solchen Menschen überhaupt verhandeln zu wollen!
Das ist eines der theosophischen Missverständnisse. Das, worum es sich handelt, ist: Dass wir nicht lassen sollen unsere Mitmenschen weiter hintreten vor Dinge, die gesagt werden, weil man mit der menschlichen Bequemlichkeit rechnet!
Es ist schon notwendig gewesen, dass ich diese paar Andeutungen gemacht habe. Recht ungern habe ich sie gemacht. Denn nicht wahr, ich muss mich immer wieder wundern, wie auch jetzt noch zuweilen innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft der Glaube auftreten kann, als ob irgendein Bekchrungswerk nach jener Seite zu entfalten wäre. Ich habe so mancherlei über Adyar-Angelegenheiten erfahren, über das ich hier nur nicht sprechen will.
Begonnen wurde die Begründung der Anthroposophischen Gesellschaft damit, dass solche Vorwürfe von der anderen Seite gemacht worden sind. Ich verstehe die Liebe zum Ruhekissen. Aber wir haben auch die Verpflichtung, unsere Sache zu vertreten ohne Kameradschaftlichkeit, ohne Ansehen der Person, wenn diese Personen von solchen Motiven beherrscht sind, wie das hier der Fall ist. Wir sehen, wie es beginnt; es ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden viel Gelegenheit haben, wenn wir die Augen zumachen, auf unser Ruhekissen uns zu setzen. Es ist richtig, dass wir uns nur um unsere Sache kümmern, unsere Sache positiv vertreten und nicht nach rechts und links schauen; richtig ist es, wenn es sich um aggressive Dinge von uns aus handelt. Wenn es sich aber um Verteidigung von uns handelt, muss ich gestehen, dass es mir eine gewisse "Trauer macht - jetzt, wo es sich um unsere heilige Sache handelt -, dass die Tage ausgefüllt sind mit der Beschäftigung mit einzelnen Persönlichkeiten, dass mir aber keine Zeit bleibt, unsere heilige Sache zu verteidigen gegen solche unerhörten Angriffe. Und da diese Trauer mich manchmal wirklich innerhalb der notwendigsten Betätigung für unsere einzelnen Mitglieder befallen muss, war es wohl auch einmal notwendig, über diese Dinge hier zu sprechen. Es wird nicht zu oft geschehen, dass über diese Dinge gesprochen wird, denn ich werde warten, ob die Seelen die Möglichkeit finden, wirklich sich zu gestehen, was eigentlich darin liegt, dass heute, in unserer Zeit des krassen Materialismus, in dieser Zeit, wo so wenig Pflichtgefühl zur Prüfung der Wahrheit ist, dass eine Sache, die so ernst gemeint ist, in einer solchen Weise beworfen werden darf. Der Sache wegen und des Weges willen, den die Sache finden muss in die Herzen und Seelen unserer Zeitgenossen, ist es notwendig, eben solche Dinge uns ins Herz zu schreiben. Es handelt sich wirklich um unsere heilige Sache! Und ich würde diese mir unsympathischen Worte nicht gesprochen haben, wenn ich nicht gedrängt wäre von der ganzen Beurteilung der Sache. Ich würde mich verpflichtet fühlen, dasjenige weiter zu tun innerhalb der Bewegung, was ich seit Jahren getan habe, unbeirrt durch das, was in solcher Weise geschehen kann. Aber ein wenig darf doch das Auge gerichtet werden darauf, wenn man eine solche Verpflichtung fühlt, dass die Seelen die Möglichkeit finden, das Unerhörte auch unerhört zu finden, Stellung zu dem Unerhörten zu finden, nicht zuzulassen, dass unserer Gegenwart mit solchen Sachen aufgewartet wird.
Meine lieben Freunde, in aller Herzlichkeit, in der allertiefsten Freundschaft sage ich Ihnen: Wir werden arbeiten, ich werde mit Ihnen arbeiten in Bezug auf das, was zu geschehen hat. Wenn die Seelen die richtige Stellung finden, geschieht in der Außenwelt das Richtige; alles Handeln entwickelt sich aus der Gesinnung heraus. Ich werde warten.