An die Lehrkräfte der Freien Waldorfschule Stuttgart

Meine lieben Lehrkräfte der Freien Waldorfschule!

Es ist mir eine große Entbehrung, so lange nicht unter Euch sein zu können. Und ich muss jetzt wichtige Entscheidungen, an denen ich naturgemäß seit dem Bestande der Schule teilgenommen habe, in Eure Hand legen. Es ist eine Zeit der Prüfung durch das Schicksal. Ich bin mit meinen Gedanken unter Euch. Mehr kann ich jetzt nicht, wenn ich nicht riskieren will, die Zeit der physischen Hinderung ins Endlose auszudehnen.

Gedankenwirksamkeit eine uns, Da wir im Raum getrennt sein müssen. — Was wir schon gemeinsam vollbracht, Es krafte jetzt durch die Lehrerschaft. Es ziehe seine Kreise durch ihren Eigenrat, Da jener Rat, der so gerne käme, Die Schwingen frei nicht hat.

So wollen wir denn die Gemeinsamkeit im Geiste umso inniger erstreben, so lange anderes nicht sein kann. Die Waldorfschule ist zwar ein Kind der Sorge, aber vor allem ist sie auch ein Wahrzeichen für die Fruchtbarkeit der Anthroposophie innerhalb des geistigen Lebens der Menschheit.

Wenn die Lehrerschaft treu im Herzen das Bewusstsein trägt von dieser Fruchtbarkeit, dann werden die guten über dieser Schule waltenden Geister wirksam sein können, und in den Taten der Lehrer wird göttliche geistige Kraft walten.

Aus solchem Gedenken heraus, möchte ich Euch allen die herzlichsten Gedanken und Grüße senden.

Für die Schüler lege ich noch ein kurzes Schreiben bei, das ich bitte, in den Klassen zu verlesen.

Allerherzlichst
Rudolf Steiner

German original of To the Teachers of the Stuttgart Waldorf School · ← Previous · Next →