Die Entstehung und Entwickelung der Eurythmie 1923–1925
GA 277d — 2 November 1924, Berlin
Eurythmie-Aufführung

Aus einem Brief von Marie Steiner an Rudolf Steiner, Berlin, 3. November 1924
Lieber E., es ist schrecklich: einen langen ausführlichen Brief wollte ich Dir schreiben und nicht nur bitten um Formen, schickte also dieses und die schon in ein Couvert hineingelegten Texte nicht ab. Jedesmal wurde ich abberufen, wenn ich mich zum Schreiben setzte, und bin so in den Wirbel hineingezogen worden, dass ich nicht mehr über mich verfügen konnte. Vorträge habe ich nicht mitmachen können. Aber Menschliches-Allzumenschliches und Gesellschaftliches-Allzugesellschaftliches gar viel. So muss ich von Dank und Glück sprechen, dass die Aufführung gestern gelungen ist. Sie wurde mit Begeisterung aufgenommen. Ich glaube fest, dass Deine Gedanken uns geholfen haben. Es war ein gewagtes Unternehmen. - Ich wollte auch Kritiken für Dich sammeln und konnte es nicht fertig bringen. Morgen früh geht’s auf die Weiterreise und heute ist noch so viel zu absolvieren. Ich muss also schließen, damit dieser Brief abgeht. Einen andern könnte ich doch nicht schreiben. Nur um so intensiver und liebevoller will ich an Dich denken. Es gab mir Mut, als ich gestern vor der Aufführung wieder einen Brief von Dir erhielt, und ich will vertrauen, dass es Dir besser geht. Den 9. und 11. November haben wir Vorstellung in Stuttgart.
Telegramm von Rudolf Steiner an Marie Steiner, Dornach, 5. November 1924
gute gedanken fuer weitere taetigkeit hier umstaendegemaess befriedigend herzlichst = rudolf steiner