The Fateful Year of 1923
GA 259 — 11 July 1923, Stuttgart
Sitzung mit dem Dreissigerkreis
In Gegenwart1 Dr. Steiners wurde zuerst wieder der Plan des Gebäudes auf dem Waldorfschul-Gelände besprochen. Er erklärte, die «Freie Anthroposophische Gesellschaft» könne sich dort unter keinen Umständen Unterkunfts-Räume bauen. Ihre Mitglieder trieben sich ohnehin schon viel zu viel in der Waldorfschule herum, wo durch ihren Einfluß auf die Schüler und Schülerinnen schon etwas wie Gymnasiasten-Manieren eingerissen seien, die er unter keinen Umständen dulden werde.
Nachher kam man auf die Affäre Völker-Unger zu sprechen. Frl. Völker wurde von allen Seiten bestürmt, der Sache ein Ende zu machen, auch von Frau Dr. Steiner, die sie mit heftigen Worten angriff. Sie war und blieb aber obstinat, so sehr, daß ich an ihrem guten Willen und an ihrer Einsicht zweifelte. Sie meint eben, es liege gar nicht in ihrer Hand, die Sache zum Abschluß zu bringen, was nachher auch Dr. Steiner zu bestätigen schien. Rittelmeyer schlug ihr vor, in ihrem Zweig zu erklären, daß sie aus ihm austrete, wenn die Sache jetzt nicht zur Ruhe komme.
Es wurde noch weiter hin und her geredet, bis Dr. Steiner erklärte, er könne nicht weiter an diesen Sitzungen teilnehmen, wenn nur Wesenloses verhandelt werde.
-
Die Sitzungen vom 14., 25. Juli und 1. August, siehe Anhang II ↩