The Fateful Year of 1923
GA 259 — 4 July 1923, Stuttgart
Sitzung mit dem Dreissigerkreis
Seit1 der Delegierten-Versammlung2 nahm Dr. Steiner heute zum ersten Mal wieder an der Sitzung teil.
Zuerst wurde der Aufruf Dr. Rittelmeyers zu einer Sammlung für das Goetheanum besprochen. Dr. Steiner riet ab, weil dadurch Geld ins Ausland fließen würde, was nach den gegenwärtigen Gesetzen verboten sei. Er machte dagegen den Vorschlag, den Impuls sich so auswirken zu lassen, daß man zum Beispiel einen «GoetheanumStiftungs-Fonds» gründe [siehe $. 167).
Nachdem die Angelegenheit so geregelt war, stellte Adolf Arenson mit großer Genugtuung fest, daß er genau dasselbe, was jetzt Dr. Steiner vorgeschlagen habe, in der Sitzung vor zwei Tagen fast mit denselben Worten gesagt habe, daß man aber auf ihn nicht habe hören wollen, während derselbe Ratschlag von Dr. Steiner jetzt ohne weiteres hingenommen werde. Er möchte dies immerhin als Symptom hinstellen. Rittelmeyer entgegnete, es sei aber auch etwas anderes, eine Sache einfach unter den Tisch fallen lassen zu wollen oder daraus durch Mitdenken und Mitraten etwas Besseres zu machen, wie es soeben Dr. Steiner getan habe. Arensons Ausführungen seien nur als lähmend empfunden worden.
Dieser wehrte sich dagegen, und die Diskussion ging darüber hin und her, wobei auf die vorletzte Sitzung bei Dr. Unger zurückgegriffen wurde, welcher schon damals zusammen mit Benkendörfer Einwendungen gegen Rittelmeyers ersten Aufruf zu diesem Opfer, das eine spirituelle Tat sein müsse und bei dem er seinen Ehering geben werde, erhoben hatte.