The History of the Anthroposophical Society 1913–1922
GA 251 — 30 April 1922, Dornach
38. Bericht über die Vortragsreise in Holland und England im Jahre 1922
[Meine lieben Freunde!]
Es ist, wie Sie wissen, meine Absicht, heute über die Erlebnisse in Holland und England einiges zu besprechen. Die holländischen Freunde haben für diesen Frühling, wie Ihnen bekannt ist, einen anthroposophischen Hochschulkurs veranstaltet, der gewährt hat vom 7. April bis zum 12. April. Es war eine große Anzahl unserer Vortragenden dabei tätig. Die Themen waren aus den verschiedensten Wissenschaftsgebieten. Doch sollte vorzugsweise ein Bild davon gegeben werden, inwiefern anthroposophische Weltanschauung in dem wissenschaftlichen Leben wurzelt, und inwiefern sie ernst genommen werden muss von diesem wissenschaftlichen Leben der Gegenwart. Das war eigentlich die gestellte Aufgabe. Es war ja so, dass allerdings bei den Vorträgen ein großer Teil unserer holländischen anthroposophischen Freunde anwesend war, dass man es aber im Wesentlichen zu tun hatte mit einem Publikum, das der Anthroposophie eigentlich noch ziemlich fremd gegenüberstand, mit einem Publikum, das sich rekrutierte aus der Studentenschaft der verschiedenen holländischen Hochschulen, und das vor allen Dingen zumeist etwas wie eine erste Kenntnisnahme von Anthroposophischem haben wollte. Das war ja gerade bei diesem holländischen Kursus im hohen Maße der Fall, was jetzt überhaupt mit Bezug auf die Anthroposophie einem entgegentritt: Anthroposophie wird von einem großen Teil der wissenschaftlich strebenden jüngeren Menschen immerhin als eine Frage der Zeit betrachtet. Gewiss, es sind die Verhältnisse in der Gegenwart so, dass die wenigsten von denen, die sich mit dieser Frage befassen wollen, dann den Mut und die innere Durchschlagskraft aufbringen, um der Anthroposophie wirklich genügend nahezutreten. Aber immerhin, so gering auch die Wirkungen nach dieser Richtung sind, es zeigt sich doch bei solchen Gelegenheiten, wo mit Ernst die Anthroposophie gesucht wird, wie bei diesem holländischen Kursus: dass einzelne wenige gerade unter den jüngeren Zeitgenossen sind, welche aufmerksam werden darauf, dass Anthroposophie neben dem Befriedigenden, das sie in religiöser und in sonstiger Beziehung hat, wissenschaftlich durchaus fundiert ist. Und das konnten wir auch in Holland wahrnehmen, dass unter den jüngeren Zeitgenossen, die anwesend waren, solche waren, die nach Vollendung des Kursus das Gefühl hatten, dass man es hier mit einer wissenschaftlich ernst zu nehmenden Sache zu tun habe.
Eine außerordentlich rege Diskussion wurde hervorgerufen durch den Vortrag von Doktor von Baravalle, der in einer sehr anregenden Weise über die Mathematik im Lichte der Anthroposophie sprach. Die dadurch hervorgerufene Diskussion war interessant aus dem Grunde, weil ja tatsächlich insbesondere ein älterer Dozent und ein jüngerer Student, die an dieser Diskussion teilnahmen, in einer ganz eindringlichen Weise versuchten, sich auch innerlich wissenschaftlich mit dem, was Doktor von Baravalle vorgebracht hatte, auseinanderzusetzen.
Es ist eine befriedigende Tatsache, dass über konkrete Einzelheiten, zum Beispiel der Wärmelehre in der Physik, in einer sachgemäßen Weise diskutiert werden kann in Anlehnung an die Anthroposophie. Gewiss, Diskussionen kommen ja auch sonst im Wissenschaftlichen vor; aber der Gesichtspunkt, den Doktor von Baravalle einnahm, ist wahrhaftig recht weit weg liegend von den Gesichtspunkten, die die gegenwärtige Wärmelehre einnimmt; und man ist gewöhnt, dass von denen, die fest auf ihren kurulischen Stühlen sitzen und gut bestallt sind in der Gegenwart als Wissenschafter, einfach mit einer leichten Handbewegung diese Dinge abgewiesen werden, die ja weit abliegen von dem, was sie gewöhnt sind zu denken. Dass das heute nicht mehr sein kann, dass man immerhin auf jene Korrekturen von Formeln eingehen muss, welche man in der Lage ist anzubringen an der gegenwärtigen Wissenschaft durch die Vorstellungsergebnisse der Anthroposophie, das ist ein außerordentlich befriedigendes Ergebnis.
Es ist ja so, dass man leider immer bei solchen kurzen Vortragskursen, wie wir sie noch geben müssen, genötigt ist, ich möchte sagen, einzelne kurze Kapitel aus großen Gebieten herauszugreifen, und dass daher kaum etwas anderes gegeben werden kann durch solche Kurse als eine sehr mangelhafte Anregung. Aber damit müssen wir uns eben vorläufig zufriedengeben. Es ist durch die Verhältnisse des heutigen Lebens noch nicht möglich, mehr als dieses zu geben.
Es oblag mir zunächst, die Stellung der Anthroposophie im Geistesleben der Gegenwart zu beleuchten. Da bemühte ich mich, zu zeigen, wie das Geistesleben der Gegenwart doch nach allen Seiten hin eine Art von wissenschaftlichem Charakter angenommen hat. Wenn man das auch leugnet, so findet man doch, dass das wissenschaftliche Denken überall sich geltend macht; nur tritt die eigentümliche Erscheinung zutage, dass man auf der einen Seite das wissenschaftliche Leben als einzig und allein mit Autorität behaftet erklärt, dass man auf der anderen Seite genötigt ist, dadurch gewisse andere Gebiete, zum Beispiel die Kunst und die Religion, möglichst von der Wissenschaft abrücken zu lassen. Man will auf der einen Seite wissenschaftliche Gewissheit. Mit dieser wissenschaftlichen Gewissheit, die man da anstrebt, kann man aber nicht in der Kunst etwas machen; man kann damit nicht irgendetwas machen im religiösen Leben. Daher versucht man, die Kunst möglichst nur auf Phantasie und Unterhaltung zu stellen, nicht auf ein tieferes Eindringen in die Weltengeheimnisse und deren Wiedergabe, und die Religion nicht auf die Erkenntnis, sondern bloß auf den Glauben zu stützen. Es ist also das Eigentümliche, dass man auf der einen Seite geradezu in der Wissenschaft das Allheilmittel sucht, und auf der anderen Seite, um nur andere Gebiete des geistigen Lebens zu retten, sie von der Wissenschaft möglichst abzurücken versucht. Das ist etwas, was tiefe Zwiespalte in das Leben der ernsten Menschen der Gegenwart bringen muss und auch bringt. Sie bleiben heute noch vielfach im Unbewussten, zeigen sich nur in ihren Wirkungen, aber sie sind vorhanden und bringen unser Zivilisationsleben in den Abgrund hinein.
Das und den wirklich wissenschaftlichen Charakter der Anthroposophie zu zeigen, war zunächst meine Aufgabe. Dann aber versuchte ich zu zeigen, wie man insbesondere in der bildenden Kunst, wenn man sie als eine Offenbarerin der Weltengeheimnisse auffasst, etwas hat, was nun wirklich so wie aus dem ätherischen Leben der Wesen heraus schafft, und dadurch erst seinen rechten Inhalt bekommt, wie also tatsächlich durch die anthroposophische Weltanschauung ein selbstverständlicher Weg herüber in die Kunst geschaffen werden kann.
Dann hatte ich zu sprechen über die anthroposophische Forschungsmethode und einzelne anthroposophische Resultate. Das sind Dinge, die Sie gut kennen, und die ich daher nur dem Thema nach zu besprechen brauche. Und dann hatte ich zu sprechen über Anthroposophie und Agnostizismus. Es ist das ein Thema, das ich ja auch beim Stuttgarter Hochschulkurs, beim Stuttgarter Kongress eigentlich, im letzten Sommer ziemlich ausführlich besprochen habe. Nur hatte ich im Haag gerade eine Veranlassung, das Thema von einem anderen Gesichtspunkte aus zu behandeln. In Stuttgart hatte ich mir das Thema gestellt, den Agnostizismus, das heißt die Anschauung, dass man Erkenntnisgrenzen habe, die notwendigerweise den Menschen verhindern, in die Urgründe des Daseins mit der Erkenntnis wirklich hineinzudringen, diesen Agnostizismus zu charakterisieren mit Bezug auf die Schäden, die er für das ganze menschliche Fühlen und Wollen hat, wie er die Willenskräfte lähmt, wie er die künstlerische Entfaltung lähmt, wie er die religiöse Tiefe lähmt und so weiter. Ich hatte den Agnostizismus in Stuttgart charakterisiert als den Bringer von Kulturschäden.
Diese Aufgabe hatte ich mir im Haag nicht gestellt, sondern ich hatte mir die Aufgabe gestellt, einmal klar darzustellen, worin die Bedeutung des gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Erkennens liegt. Es führt dahin, die Sinneswelt nicht zu überschreiten, und dagegen allerlei Spintisierereien von Atomen zu konstruieren, die ja in der allerneuesten Zeit sogar dazu geführt haben, dass jetzt überall in Feuilletons für das populärere Dinge lesende Publikum mitgeteilt wird, dass es Rutherford gelungen ist, die Atome durch eine Art von Kanonade zu zersprengen! Man frägt sich dabei immer, was sich die Leute eigentlich vorstellen, wenn ihnen namentlich als Laien solche Artikel gebracht werden. Kein Mensch bekommt aus solchen Artikeln eine Vorstellung, was da eigentlich als "Tatbestand vorlag, was da geschehen ist im Laboratorium. Denn würde er davon eine Vorstellung bekommen, so würde er eben sehen, was für ein grandioses Unding das ist, was da sogar in populärer Weise durch die Welt geht.
Die neuere Naturwissenschaft ist groß geworden nicht durch diese Phantastereien von der Atomwelt, sondern dadurch, dass sie sich an die Phänomene, an die Erscheinungen, an die sinnlich verfolgbaren Tatsachen selbst gehalten hat. Damit aber ist sie notwendigerweise zum Agnostizismus gekommen, denn man kann wohl die Tatsache auf ihre Urphänomene zurückführen, aber man kann nicht dadurch zu den Urgründen der Welt vorrücken. Dadurch wird man aber, indem man durch den Phänomenalismus zum Agnostizismus in berechtigter Weise getrieben wird, gerade genötigt, auf einem anderen Gebiete Wege zu suchen zu den Urgründen des Daseins. Nehmen Sie einmal eine ältere Form der Erkenntnis: Die Menschen sahen in jeder Quelle, in jedem Strauch, überall noch geistige Wesenheiten. Da war noch Geistiges in der ganzen Umgebung. Wenn man Geistiges in der ganzen Umgebung findet, so findet man zu gleicher Zeit Moralimpulse in der Umgebung. Dadurch, dass wir zum Phänomenalismus und damit zum Agnostizismus gekommen sind, umgibt uns nur eine Natur, und wir müssen, wenn wir da noch eine moralische Weltanschauung suchen wollen, die Grundlage dafür in der moralischen Intuition suchen, wie ich das dargestellt habe in meiner «Philosophie der Freiheit».
Das heißt, der Agnostizismus hilft uns dazu, zunächst die rein geistigen Impulse auf moralischem Gebiete zu suchen. Dann, indem man zuerst die moralischen Intuitionen sucht, wird man weiter getrieben zu denjenigen Imaginationen, Inspirationen und Intuitionen, die sich für die Welt sonst ergeben. Und so kommt dem Agnostizismus diese gute Seite zu, dass er dem Menschen die Möglichkeit benimmt, den Geist draußen zu finden durch das gewöhnliche Erkennen. Es muss also das Erkennen in sich selber erkraften, es muss aktiver werden. Wir können nicht mehr sprechen von irgendwie gegebenen Moral-Geboten. Wir müssen von moralischen Intuitionen sprechen. Das habe ich in meiner «Philosophie der Freiheit» gezeigt. Da tritt also die gute Seite des Agnostizismus hervor. Und es ist schon notwendig, dass man deutlich zeigt: Eine wirklich sinngemäße Betrachtung der Welt lässt alles von den verschiedensten Gesichtspunkten her erscheinen. Man kann ebenso pro Agnostizismus, wie kontra Agnostizismus reden. Es handelt sich dann immer nur darum, was man sagt. Und dadurch, dass man sich der Welt von den verschiedensten Gesichtspunkten nähert, dadurch kommt man allein zu einem wirklichen Erkenntnisinhalt, der dann für das Leben brauchbar ist.
Es ist natürlich ein Gräuel für die Philister, wenn man einmal den Agnostizismus behandelt in seiner Wirkung, indem er lauter Zivilisation- und Kulturschäden bewirkt, und dann den Agnostizismus als den Impuls nach der anderen Seite hin betrachtet, dass er - ich möchte sagen - als Reaktion hervorruft dasjenige, was gerade die geistige Weltanschauung ist. Denn nach den - ich weiß nicht wie vielen - Geboten des Philisteriums darf man von einer jeden Sache nur eine einzige Ansicht haben, und wenn man die verschiedenen Seiten beleuchtet, wenn man das gar zu verschiedenen Zeiten tut, dann findet das Philisterium darin Widerspruch über Widerspruch.
Wir dürfen wohl sagen, dass, auch nach dem Urteil der holländischen Veranstalter, der Vortragskursus in Holland, dieser Hochschulkursus, immerhin ein befriedigendes Ergebnis für die anthroposophische Bewegung gebracht hat. Gewiss, schwierig ist es heute immer noch, mit der Anthroposophie auch nur in einem sehr geringen Maße da oder dort durchzudringen. Aber man muss eben mit jedem kleinen Schritt, der in dieser Richtung gemacht werden kann, durchaus zufrieden sein.
Angeschlossen hat sich dann für mich an diesen holländischen Hochschulkurs die englische Reise, die ich auf Einladung des Komitees «New Ideals in Education» gemacht habe, um an den Veranstaltungen, die zum Shakespeare-Geburtstag dieses Jahres durch eine Woche hindurch in Stratford stattgefunden haben, meinerseits zwei Vorträge zu halten.
Die Veranstaltungen in Stratford waren eine Festlichkeit, die also mit Rücksicht auf Shakespeares Geburtstag zu Shakespeares Gedächtnis eingerichtet worden ist. Die verschiedensten Persönlichkeiten haben vom Dienstag bis zum Montag gesprochen, und man konnte mancherlei aus diesen Vorträgen kennenlernen von dem, was gegenwärtiges englisches Geistesleben ist, wie dieses gegenwärtige englische Geistesleben geartet ist,
Es ist ja nicht meine Aufgabe, etwa in einer kritischen Weise über das zu sprechen, was in diesen Tagen veranstaltet worden ist, ich möchte nur bemerken, dass einiges immerhin recht bemerkenswert war. Zum Beispiel ein interessanter Vortrag, der am Mittwoch von Miss Ashwell über Drama und nationales Leben gehalten worden ist, in dem mit einer großen inneren Kraft dargelegt wurde, wie schwer es gerade in England wird, genügend Enthusiasmus aufzubringen, um die dramatische Kunst in der richtigen Weise zu pflegen. Die dramatische Kunst seufzt gewissermaßen darunter, dass sie von einzelnen Truppen geleistet werden muss, die wiederum dem Geschmacke oder auch Ungeschmack des Publikums Rechnung tragen müssen, sodass ein wirklicher künstlerischer Aufbau außerordentlich erschwert ist. Mit einer gewissen starken Emotion kam dann das in dem Vortrage vom nächsten Donnerstag von Miss Hamilton über Tendenzen des modernen Dramas ganz besonders zum Ausdrucke.
Nun, dass dies schon auf gewisse tiefere Dinge weist, geht noch aus etwas anderem hervor. Wir waren jeden Abend, den wir in Stratford zugebracht haben, in der Theater-Vorstellung, die, parallel laufend, von einer besonderen Truppe gegeben wurde. Der erste Abend, welcher die
«Bezähmung der Widerspenstigen» brachte, zeigte nach der Vorstellung auf der Bühne den Regisseur, und der Regisseur entschuldigte sich, dass die Lichteffekte und anderes in der Regie-Einrichtung nicht befriedigen können, damit, dass er sagte: Ja, man kann eben nicht alles machen, wie man es nach seinem künstlerischen Gewissen machen möchte, denn wir sind eigentlich in einem Kino. Sodass man dadurch erfuhr, dass das «Shakespeare-Memorial-Theater» eigentlich in der neueren Zeit in ein Kino umgewandelt ist, und nur während dieser Festlichkeiten wiederum zurückverwandelt war in das Theater!
Wir haben in diesen Tagen gelesen, dass die Berliner Staats-Oper bereits begonnen hat mit Kino-Vorstellungen, und wir sind überall auf dem besten Wege, im modernen Zivilisationsleben die dramatische Kunst auslaufen zu lassen in - ja, wie soll man es, um nicht gar zu stark zu verletzen, nennen? -, in die Kino-Unkunst; aber selbst das werden schon manche übel nehmen, die für das Kino enthusiasmiert sind. Ich glaube, wie viel von ruinierenden Elementen in unserer gegenwärtigen Zivilisation sind, zeigt sich gerade im Kinowesen.
Nun hatte ich angekündigt für diese Stratford-Woche zwei Vorträge, einen Vortrag über das Drama in Beziehung zur Erziehung für den Mittwochnachmittag und einen Vortrag über Shakespeare und die neuen Ideale für Sonntagnachmittag. Es ist ja natürlich, dass, wenn, wie es in unseren Hochschulkursen der Fall ist und wie es auch bei dieser Veranstaltung der Fall war, wenn so Schlag auf Schlag wie in einem Stundenplan den ganzen Tag hindurch die Vorträge aufeinanderfolgen, es dann zu Schwierigkeiten führt, wenn Vorträge wie die meinigen übersetzt werden müssen und dadurch die doppelte Zeit in Anspruch nehmen. Und so konnte ich natürlich am Mittwoch nur einen Teil desjenigen sagen, was ich eigentlich gern gesagt hätte, da damit ja schon die Zeit erschöpft war. Ich hatte dann die Befriedigung, dass man mir am nächsten Tag eine Art Petition überbrachte, worin gebeten war, dass ich nun das Fehlende an einem der nächsten Tage in einem folgenden Vortrage doch noch vorbringe, und dieser Vortrag konnte dann am Freitag noch gehalten werden. Dann habe ich meinen Vortrag über Shakespeare und die neuen Ideale am Sonntag gehalten.
Ich habe die Vorträge bei dieser Shakespeare-Unternehmung so gestaltet, dass sie durchaus aus dem Anthroposophischen heraus waren, trotzdem sie eigentlich gehalten waren in dem Stil, um einer Shakespeare-Festlichkeit zu dienen. Und so auch bei der Auseinandersetzung über das Shakespeare’sche Drama, das seine Mission im Erziehungswesen dadurch weltgeschichtlich erwiesen hat, dass es eben einfach historisch sich in pädagogischer Richtung gezeigt hat, indem es Ungeheures gewirkt hat für die Erziehung Goethes. Man braucht ja nur daran zu denken, dass Goethe die drei Persönlichkeiten Linné, den Naturforscher, Spinoza, den Philosophen, und Shakespeare, den Dichter, als diejenigen bezeichnet hat, die den tiefsten Einfluss auf sein Leben gehabt haben. Nur muss man bedenken, wie verschieden diese Einflüsse waren. Linn&, trotzdem er einen so großen Einfluss auf Goethe gehabt hat, hat eigentlich nur den Einfluss gehabt, dass Goethe sich ihm widersetzt hat, dass er die entgegengesetzte Anschauung herausgestaltet hat. Spinoza hat nur den Einfluss gehabt, dass Goethe zu einer Art von Ausdrucksweise gekommen ist, niemals aber das Innere des Spinoza sich angeeignet hat, dass er also nur eine Art von Sprache durch Spinoza sich aneignete, während er durch Shakespeare wirklich einen lebendigen Impuls gehabt hat, der dann in ihm weiter und weiter gewirkt hat. Ich habe dann insbesondere am Sonntag in dem Vortrage über Shakespeare und die neuen Ideale das weiter ausgeführt, indem ich darauf aufmerksam gemacht habe, was eigentlich auf Goethe so stark gewirkt hat von Shakespeare aus. Ich habe das zunächst in objektiver Weise charakterisiert, indem ich gesagt habe: Es gibt ja ganze Bibliotheken über Shakespeare; über «Hamlet» allein könnte man, wenn man die Bücher zusammenstellte, die über ihn geschrieben worden sind, diese Wand hier vollstellen. Aber der Einfluss Shakespeares auf Goethe erklärt sich dadurch, dass alles das, was in diesen Büchern über Shakespeare steht, nicht auf Goethe gewirkt hat; dass etwas ganz anderes gewirkt hat, das man nicht in all den Büchern finder; dass man das alles weglassen kann und in etwas ganz anderem die Sache suchen muss. Ja, ich habe sogar gesagt, dass man alles das nehmen kann, was Goethe selber über Shakespeare gesagt hat — theoretisch, intellektualistisch —, dass man das auch als falsch betrachten kann; dass nicht einmal dasjenige, was er selber theoretisch über Shakespeare gesagt hat, der eigentliche Impuls ist; da kann er geirrt haben, und es lässt sich auch bekämpfen, was er über Hamlet gesagt hat. Worauf es ankommt, ist etwas anderes. Und eigentlich ist der bedeutsamste Ausdruck, den Goethe in Bezug auf Shakespeare getan hat, der: Das sind keine Gedichte, das ist etwas wie das allgewaltige Schicksalsbuch, das aufgeschlagen vor einem liegt, wo der Sturmwind des Lebens die Blätter hin und wieder wendet. Mit diesem Emotionellen, das Goethe in Bezug auf Shakespeare gesagt hat, ist eigentlich die Kraft bezeichnet, mit der Shakespeare in Goethe erzieherisch wirkte.
Ich konnte so von der einen Seite den Weg nun nehmen in den beiden ersten Vorträgen, um unsere Erziehungsgrundsätze, wie Sie sie ja genau kennen, darzulegen. Ich konnte auf der anderen Seite aber auch die Beziehung zur Anthroposophie charakterisieren, indem ich Shakespeare an Goethe, Goethe an das Goetheanum anknüpfte, das Goetheanum an die Anthroposophie, und es war also durchaus ein geschlossener Kreis. Sodass es möglich war, das Geistesleben, wie es als mitteleuropäisches Geistesleben auf der einen Seite, als anthroposophisches Geistesleben auf der anderen Seite sich ausbildet, gerade bei einem solchen ShakespeareFeste zur Geltung zu bringen.
Es darf ja auch gesagt werden, dass es grundverschieden ist, was man als Gefühl hat, wenn man anthroposophisches Wesen auf dem Kontinente zu vertreten hat, und wenn man es drüben in England zu vertreten hat. Ich hatte ja die beiden Dinge unmittelbar hintereinander: in Holland den Hochschulkursus, in England etwas ganz anderes. Auf dem Kontinente ist jetzt eben stark die Notwendigkeit vorhanden, die zu etwas Beherrschendem wird, die festen, sicheren wissenschaftlichen Grundlagen der Anthroposophie überall aufzudecken. Dadurch hat die neueste Phase unseres anthroposophischen Lebens einen gewissen Charakter angenommen, der ja durchaus auch zu ganz populären Darstellungen führen kann, wie ich es jetzt in öffentlichen Vorträgen mache, aber der doch in einem gewissen Sinne eingehalten werden muss. Ein solches Bedürfnis ist in England nicht vorhanden. Dagegen ist dort ein ausgesprochenes Bedürfnis vorhanden, in einer direkteren Weise an die geistige Welt herangebracht zu werden. Und so versuchte ich zu charakterisieren, nun aus einem tieferen geistigen Gesichtspunkte heraus, worauf es eigentlich beruht, dass Goethe ein so intensives, für sein ganzes Leben bedeutungsvolles Interesse an Shakespeare genommen hat, wie Shakespeare in Goethe immerfort bis in das späteste Alter ein treibender Impuls hat bleiben können. Mir hat sich ja doch als das Ausschlaggebende ergeben, dass wenn man Shakespeares Dramen, sowohl die Tragödie wie die Komödie, nimmt und sie so recht auf sich wirken lässt, die Gestalten alle lebendig werden. Und wenn man jetzt, ausgerüstet mit imaginativer und inspirierter Erkenntnis, dasjenige, was man mit den lebendigen Gestalten der Shakespeare-Dramen erlebt, herübernimmt in die geistige Welt, dann erlebt man etwas schr Eigentümliches: Dann leben die Gestalten weiter. Sie machen nicht dasselbe, was sie Shakespeare auf dem physischen Plan machen lässt, sie machen andere Dinge, aber sie leben. Man kann also durchaus die Gestalten eines Shakespeare-Dramas aus dem Drama selber herausnehmen: Auf dem astralischen Plan - sagen wir —, da tun die Personen etwas anderes, als sie zum Beispiel im «Othello» tun oder in «Der Widerspenstigen Zähmung» oder dergleichen. Man kann das Ganze hinübernehmen auf den astralischen Plan: die Personen machen etwas ganz anderes, aber sie handeln, sie leben, sie sind lebendige Wesen da drüben.
Bei einem Hauptmann oder dergleichen — der eine hat ja sein Steckenpferd bei Hauptmann, der andere bei Sudermann, deshalb nenne ich möglichst viele und eigentlich gar keinen -, aber bei den anderen, die weniger auf Imagination gehen als Shakespeare, die also mehr darauf hinausarbeiten, irgendetwas im Leben nachzuahmen, bei denen ist das ganz anders. Sehen Sie, Shakespeare ahmt eigentlich nicht das Leben nach. Sie werden nicht gleich hinweisen können auf das Leben, wenn Sie Shakespeare’sche Gestalten haben. Er schafft sie. Und zwar: Wie schafft er sie? Indem er weiß, er schafft sie für die Bühne. Shakespeare ist Theater-Realist, er schafft für die Bühne. Er weiß, dass die Bühne nur drei Seiten hat. Die neueren Dramatiker, insbesondere die Naturalisten haben immer vergessen, dass die Bühne nach der einen Seite offen ist, denn die dichten die Dramen so, dass sie eigentlich nach vier Seiten geschlossen sein müssten. Dann — nicht wahr, könnte ja das Publikum einen sonderbaren Genuss haben, wenn in einem allseitig geschlossenen Raum gespielt würde. Aber Shakespeare wusste, dass man doch nicht aus dem Leben nachgeahmte Gestalten auf die Bühne bringen kann. Er wusste es, wie der Maler wissen sollte, dass er auf einer Fläche zu malen hat, nicht im Raume, dass er daher die Farben so zu behandeln hat, dass die Fläche in Betracht kommt.
Shakespeare ist kein Imitator des Lebens, Shakespeare ist eben ein schöpferischer Geist. Der aber greift in das hinein, was ihm vorliegt. Dadurch schuf er seine lebendigen Gestalten. Dadurch kann man noch hinaufschauen auf den Astral-Plan, auf den Devachan-Plan, in die ganze geistige Welt hinein; die Personen machen da etwas anderes, als sie auf dem physischen Plane machen, aber sie leben, sie tun etwas. Wenn man naturalistische Dichter hinübernimmt in die geistige Welt, da werden die
Gestalten so wie Holzpuppen. Die leben nicht mehr, die können nicht gehen und nicht stehen, können nichts tun, sie leben eben nicht mehr.
Das, was man durch geistige Anschauung erfährt, das fühlte Goethe — dieses ursprünglich Lebendige, dieses Herausgeschaffensein aus der geistigen Welt — bei Shakespeare. Und das macht es auch aus, dass das Shakespeare-Drama für das Zeitalter, in dem Shakespeare schuf, in der "Tat eine Fortsetzung war der alten Mysterien-Dramen, über die ich dann auch in dem Vortrage über Shakespeare und die neuen Ideale am Sonntag gesprochen habe.
Der ganze Vortrag über Shakespeare und die neuen Ideale hatte den folgenden Sinn. Ich sagte, man würde vermuten, dass ich jetzt anfange, diese neuen Ideale aufzuzählen: Erstens, zweitens, drittens. Der eine zählt drei, der andere zählt fünf, der andere sieben auf. Aber ich sagte: Davon hat die Welt schon genug, denn solche neuen Ideale werden ja heute genügend fabriziert und überall ausgestaltet. Es kommt aber nicht darauf an, solche neuen Ideale, so wie sie andere auch haben, aufzustellen oder heute andere vor der Welt zu entwickeln, sondern es kommt darauf an, dass man die reale Kraft finde, um zu idealem Leben zu kommen. Ideale ausdenken, das tun heute viele Leute, aber die Kraft zu Idealen, die wird man eben nur finden, wenn man sich bewusst wird, wie das reale geistige Leben gewirkt hat- sagen wir - in der älteren Kunst, in derjenigen Kunst, die noch aus den Mysterien hervorgegangen ist, und die schließlich in Shakespeare wirksam war. Wenn Shakespeare auch durchaus noch ein Theoretiker ist: Man muss erkennen, wie dieses geistige Leben in den Shakespeare-Dramen gewirkt hat, und wie man dadurch, dass man diesen Impuls in sich aufnimmt, dass man aus dem Seelenleben aufsprießen lässt Sinn und Verständnis für die geistige Welt, zu einem neuen Ideal kommt. Mag man das dann im Einzelnen formulieren, wie man will.
So konnte ich also in drei Vorträgen während dieser Festlichkeit eben dasjenige entwickeln, was man sagen kann über Anthroposophie, über Goethe, über Shakespeare und die Erziehung in diesem Zusammenhange.
Es ist mir während der Veranstaltung eine merkwürdig interessante Tatsache entgegengetreten. Es war da eine Ausstellung, die eine größere Anzahl von Leuten sehr interessierte, eine Ausstellung von merk würdigen Kunstwerken, die ein Wiener Professor - ja, wie soll ich sagen — bei Kindern vom 8., 9., 10. Jahre ab bis zur Geschlechtsreife, hervorruft; diese Kinder malen wirklich so, dass man außerordentlich gefesselt ist, wenn man die Dinge anschaut mit dem Verständnis, das heute eben viele Leute für Kunst aufbringen. Ganze einzelne Szenen werden gemalt mit einer hohen Vollendung, Straßenszenen mit Menschentypen - einzelne sagen «Verbrechertypen», wie man sie heute auf der Straße vielfach findet - mit hoher Vollendung gemalt. Das malen die Kinder. Sie malen das, und das verschwindet, wenn sie geschlechtsreif werden, im 14., 15., 16. Jahre; nachher können sie nichts mehr malen. Und der Professor — ich kann nur sagen: Er ruft hervor, dass sie das können! Man staunt so etwas heute an. Was ist es denn in Wirklichkeit? Ein pädagogischer Unfug schlimmster Sorte ist es.
Natürlich gibt es allerlei unterbewusste und unterbewusst wirkende Kräfte, wodurch so auf Kinder gewirkt werden kann, dass sie aus dem rhythmischen System ihres Wesens heraus zu solchen dämonischen Malereien kommen, denn da malt der Lungen- und Herz-Dämon in den Kindern. Und man brauchte eigentlich nur zu verstehen, was ich gerade über die Entwicklung des Menschen in meinem Weihnachtskurs über die Erziehung am letzten Weihnachten hier gesagt habe, dann würde es einem eine ganz erklärliche Erscheinung sein, dass solch ein Unfug bewirkt werden kann; aber man würde auch das ganz Schädliche einsehen.
Man hat da wiederum nur eine einzelne Erscheinung vor sich. Aber diese Erscheinungen sind heute sehr zahlreich, und ihnen ist nur beizukommen mit einem unbefangenen Verständnis, wenn man eben unsere Pädagogik und Didaktik wirklich ins Auge fasst. Denn dann kommt man darauf, dass eben, wie Sie wissen, bis zum Zahnwechsel dasjenige im Kinde waltet, was das Kopfsystem ist, vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife das rhythmische System; dass in diesem Rhythmus aber sich das Dämonische, wovon das Kind besessen ist, auswirkt —, und dass gerade in dem Kinde bekämpft werden soll, was hier aufgerufen wird. Und dann staunen die Leute, wenn nun das Kind geschlechtsreif wird und nichts mehr malen kann. Es ist ganz erklärlich nämlich, dass es nichts mehr malen kann, wenn man es doch nicht selber malen lehrt, sondern wenn man den ahrimanischen Dämon veranlasst zu malen!
Wie bedeutungsvoll es ist, auf anthroposophische Weise den Schäden unserer heutigen Zivilisation beizukommen, das zeigt gerade ein solches herzzerreißendes Beispiel, das dies bewunderte Ergebnis so einer falschen Erziehung als eine Sensation hinbringt und eben gar nicht sieht, worauf es ankommt.
Ich sage diese Dinge selbstverständlich nur aus dem Grunde, weil es eben notwendig ist, dass man sich über dasjenige, was in unserer heutigen Zivilisation vorhanden ist, innerhalb der anthroposophischen Kreise ein gesundes Urteil bildet. Ich darf sagen, ich bin dem Komitee «New Ideals in Education» außerordentlich dankbar, dass es Veranlassung gegeben hat, dass für Anthroposophie, Goetheanismus, Erziehung und Shakespeare von mir das gesprochen werden konnte, was ich eben in diesen drei Vorträgen zu sprechen versuchte. Und ich möchte sagen: Es ist ja eine Gewähr dafür, dass, wenn wir als Menschen über die ganze Erde hin Anthroposophie in der entsprechenden Weise pflegen würden, wir manches zustande bringen könnten, was zum Wiederaufbau unserer Kultur gar sehr notwendig ist.
Nun hat sich an das, was bewirkt worden ist durch das Komitee «New Ideals in Education», das angeschlossen, was vor- und nachher durch die Veranstaltung unserer anthroposophischen Freunde in London hat geschehen können. Ich habe dann, nachdem der holländische Kursus am Mittwoch, dem 12. April, beendet war, am Freitag meinen ersten Vortrag vor Anthroposophen und einem hinzugeladenen Publikum in London gehalten über Erkenntnis und Initiation; dann am Samstag den zweiten Vortrag über den anthroposophischen Weg zur Christus-Erkenntnis, einen intimeren Vortrag dann am Sonntagvormittag. In diesen Vorträgen versuchte ich mit Berücksichtigung der Art, wie man gerade in England solchen Dingen Verständnis entgegenbringen konnte, dasjenige zu sagen, was in der jetzigen Phase unseres anthroposophischen Lebens gesagt werden kann.
Am Sonntagnachmittag waren wir dann in der Umgebung von London in der Schule, in dem Internat Kings Langley, welches geleitet wird von jener Dame — Miss Cross —, die auch hier war beim pädagogischen Weihnachtskursus, und konnten sehen, wie in einem solchen Internate eine Anzahl von Kindern erzogen und unterrichtet wird. Es ist außerordentlich interessant, wie aus gewissen Idealen der Gegenwart gerade in diesem Internat Kinder tatsächlich in einer gewissen Weise ja dem Leben nahegebracht werden. Die etwa vierzig bis fünfundvierzig Kinder, die in dem Internat sind, müssen geradezu alles tun; es gibt dort eigentlich keine Dienstboten. Die Kinder müssen in der Frühe aufstehen, die ganze Anstalt selbst besorgen, sich auch ihre Stiefel, ihre Kleider putzen. Sie müssen dafür sorgen, dass die nötigen Eier da sind durch die Geflügelzucht, die sie auch besorgen, und noch manche andere Dinge, die Sie sich ja denken können. Sie reinigen alles selbst, sie kochen alles selbst, sie besorgen den Garten. Das Gemüse, das auf den Tisch kommt, das haben sie erst gezüchtet, geerntet, selber gekocht, und dann essen sie es ja wohl auch. Und so wird das Kind wirklich recht allseitig ins Leben eingeführt und lernt eine ganze Menge von Dingen.
Es ist nun hier während des Weihnachtskurses bei Miss Cross die Absicht entstanden, dieses Internat einzurichten im Sinne einer Waldorf-Schule, und das wird als ein ganz ernster Plan betrachtet. Mrs. Mackenzie, die ja hauptsächlich auch eine der treibenden Kräfte war, die bewirkt haben, dass ich eingeladen wurde für dieses Shakespeare-Fest, ist sehr dafür, dass auch unsere Schulbewegung, gestützt auf Anthroposophie, in England einen gewissen Boden gewinne, und es ist nun die Bestrebung, dass ein Komitee gebildet werde, welches aus anthroposophischem Untergrunde heraus diese Schule im Sinne unserer Pädagogik einrichte.
Das wird dann ein sehr bedeutender, ein sehr wichtiger Schritt nach vorwärts sein. Und wenn ein so energischer Wille dahintersteht, wie er bei diesen Persönlichkeiten, namentlich bei Miss Cross und Mrs. Professor Mackenzie herrscht, dann kann vorausgesetzt werden, dass nach Überwindung von mancherlei Hindernissen eben so etwas zustande kommen kann.
Wir hoffen ja alle, dass zur weiteren Ausgestaltung dieses Planes der Kursus beitragen wird, den ich im August dieses Jahres in Oxford werde halten können, in dem dann die paar Andeutungen, die ich in Stratford diesmal geben konnte, nach allen Richtungen ausgeführt werden können.
Dabei soll dann auch die Eurythmie zur Geltung kommen, die diesmal noch nicht, wenigstens nicht in offizieller Weise, eingefügt werden konnte. Also man hofft, dass das alles nun eben auch zu der anthroposophischen Schulbewegung in England gut beitragen wird können.
Der Montag war ja dann der Tag, wo wir zu dem Shakespeare-Fest gingen. Sonntag hatte ich dort den letzten Vortrag über Shakespeare, und wir kamen nach London am 24. April zurück, wo ich abends noch einen Vortrag für unsere Mitglieder in London hielt. Damit war im Wesentlichen erschöpft, was in England zu leisten und zu erleben war.
Es ist damit ja ganz zweifellos ein weiterer Schritt in der Entwicklung unseres anthroposophischen Lebens getan, der vor allen Dingen dadurch wichtig ist, dass es möglich geworden ist, die Anthroposophie wiederum hinüberzutragen auch über diejenigen Grenzen, die nun leider während der Kriegskatastrophe geschaffen worden sind.
Ich betone noch einmal, dass ich außerordentlich dankbar bin, vor allen Dingen den holländischen Freunden, welche nach einer aufopferungsvollen Arbeit von vielen Wochen den holländischen Hochschulkursus zustande gebracht haben, der mit Bezug auf alles, was die Veranstaltung des Kursus und auch die Einrichtung der Einzelheiten betraf, eine ungeheure Arbeitsleistung bedeutete vonseiten der Veranstalter. Und ich betone weiter, dass ich unseren englischen Freunden tief dankbar bin für das, was sie auf der einen Seite für meine Mitwirkung bei der Stratforder Woche getan haben, und auf der anderen Seite für das, was ich nun in London tun durfte für Anthroposophie. Und dankbar auch für das, was sie getan haben für die Inaugurierung einer anthroposophischen Schulbewegung in England, von der ich glaube, dass sie damit etwas außerordentlich Wichtiges für die anthroposophische Bewegung geleistet haben.