The History of the Anthroposophical Society 1913–1922
GA 251 — 28 May 1918, Vienna
30. Anthroposophie und Wissenschaft
Einige aphoristische Bemerkungen über die Beziehung der Anthroposophie zur Wissenschaft, die aus dem Grunde gemacht werden sollen, weil die Gegenwart es uns nahelegt, nach dieser Richtung unsere Betrachtung zu lenken. Die Menschen der Gegenwart sind außerordentlich stolz darauf, dass sie nicht autoritätsgläubig sind; allein, das behaupten sie nur. Gewiss, über alte Autoritäten spricht man so, dass man sie äußerlich, oft in phrasenhafter Weise kritisiert.
Aber die neueren Autoritäten, von denen man im eminentesten Sinne abhängig ist, die bemerkt man gar nicht. Eine davon ist das, was man heute Wissenschaft nennt. Fragen Sie sich, meine lieben Freunde, wie viel der heutige Mensch aufnehmen muss, von dem er hört, das sei etwas wissenschaftlich Feststehendes, und in wie wenigen Fällen er empfindet, das bedürfe noch der Prüfung auf seine Tragweite, auf Grundlage und Quellen.
Man könnte stundenlang reden über nicht bemerkten und doch in intensiver Weise vorhandenen modernen Autoritätsglauben. Geisteswissenschaft soll gerade dazu sein, die Menschen frei zu bekommen von dem Autoritätsglauben. Geisteswissenschaft soll die Menschen in die Lage bringen, zu solchen Grundlagen der Erkenntnis vorzudringen, die sich überschauen lassen in gewissem Sinne, und die die Möglichkeit bieten — gewiss nicht über alles, aber über vieles, was die sogenannte Wissenschaft bietet —, sich auch ein unabhängiges Urteil zu bilden. Man wird die einzelnen Spezialwissenschaften nicht studieren können. Aber man kann sich fragen, ob es nicht umfassende Gesichtspunkte gibt, die dem Menschen erreichbar sind und doch erlauben, sich ein Urteil zu bilden über das, was die Wissenschaften darlegen. Aus diesem Grunde wird die heutige Betrachtung angestellt. Eine Richtung soll angegeben werden, dadurch charakterisiert, dass Wert darauf gelegt wird zu zeigen, dass es in den heutigen Wissenschaften Unsicherheiten gibt, Unüberprüftes, das nicht ins Auge gefasst wird und der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit entgeht.
Da möchte ich zunächst auf eines aufmerksam machen, was für viele exakte Wissenschaften gilt, die alte Meinung, dass in den Wissenschaften, die namentlich mit der Physik zusammenhängen, so viel wahre Wissenschaft ist, als Mathematik darin enthalten ist; von dem, was man mathematisch ausdrücken kann, glaubt man, dass es eine sichere Grundlage bildet.
Auf der anderen Seite steht dem aber die Art entgegen, wie die Mathematik ihre Lehren entwickelt. Diese Mathematik hat ja eigentlich nichts mit der äußeren Wirklichkeit zu tun; gerade darauf begründet sich für viele das Sichere, das Notwendige, dass man die Erfahrung dazu nicht braucht. Dadurch ergibt sich eine Diskrepanz: Wie verhält sich das wirklichkeitsfremde mathematische Denken zur Konfiguration der Natur, auf die man es anwendet?
Es ist bisher nichts geschehen, was zu einer Lösung dieser Frage führen könnte, zum Beispiel beim Raumbegriff. Es kommt mir darauf an, aufmerksam zu machen, dass eine richtige Analysis des Raumes dazu führt, dass wir Menschen es bei der Beobachtung der Welt nicht mit einem Raum zu tun haben, sondern mit zwei Räumen. Und indem wir räumlich vorstellen, bringen wir immer einen Raum zur Deckung mit einem andern. Jedes Raumurteil besteht darin. Es ist nicht wahr, dass das eine der subjektive, das andere der objektive Raum ist.
Das wird man erst [verstehen], wenn man eine ordentliche Sinneswissenschaft hat. Bei den philosophischen Auseinandersetzungen über Sinnestätigkeit spricht man immer von einem Sinne schlichtweg. Der ist im Allgemeinen in der Wirklichkeit gar nicht vorhanden. Man kann nicht nach dem heutigen Muster Auge und Ohr zusammenfassen, indem man sagt, das seien zwei Sinne, in denen die Außenwelt gegeben ist und so weiter. Die beiden [Sinne] sind zu radikal verschieden, als dass man sie als Sinnestäugkeiten zusammenfassen dürfte. Der Umfang dessen, was man als abstrakte Sinnestätigkeiten auffassen muss, gliedert sich in zwölf Sinne: Ich-Sinn, Denk-Sinn und so weiter. Jeder einzelne muss studiert werden.
Wie steht es nun mit der Raumauffassung, die sich in alles hineinschiebt? Da bekommen wir keinen subjektiven und objektiven Raum, sondern das Ergebnis, dass uns der Raum durch die eine Hälfte dieser Sinne, der andere durch die andere Hälfte dieser Sinne vermittelt wird. Niemals nehmen wir bloß durch einen Sinn wahr, immer ist daneben ein anderer Sinn beteiligt, zum Beispiel Auge und Bewegungssinn. Beide werden räumlich zur Deckung gebracht.
Man muss wirklich genau vorgehen in Bezug auf die Untersuchung. Bei der heutigen abstrakten Art der Betrachtung wird alles durcheinandergeworfen. Begriffe werden angewendet, ohne dass man sich bewusst ist, ob man zu solcher Anwendung berechtigt ist. Zum Beispiel etwas, das, obwohl nicht ungeprüft, immer vergessen wird: der Begriff der Division oder Teilung. Nur unter zwei Gesichtspunkten ist eine solche möglich. Man kann nur Benanntes durch eine unbenannte Zahl dividieren; sagen wir (12) Äpfel durch (3). Diesen Unterschied macht man in der Bewegungslehre nicht. Geschwindigkeit (v: s = v \times t). Die Physik geht mit dieser Formel in einer real unzulässigen Weise zu Werke: (s/t = v), (s/v = t). Das würde nach der Physik auch gelten. Dieser Ansatz kann nur eine von den [beiden] möglichen Divisionsarten sein; man kann bei (s/t) nur (s) durch eine unbenannte Zahl dividieren, die Zeit kann nur den Wert einer unbenannten Zahl haben. Man kann die Frage aufwerfen: Was ist wesentlicher, (s) oder (v)? Was haftet an der Wirklichkeit? Nicht der Weg, sondern die Geschwindigkeit. Der Weg ist nur das Ergebnis der Geschwindigkeit. Ihre Realität müssen wir als das Primäre betrachten, sie ist das innere Wesen des Bewegungsvorganges.
Heute werden die Untersuchungen so gemacht, dass man nur auf das Ergebnis schaut. Diese sind, oft nicht maßgebend. Man denke an den Vergleich der beiden Menschen, die um neun Uhr und dann um drei Uhr nebeneinanderstehen, und doch in der Zwischenzeit ganz Verschiedenes erlebt haben. Durch diese einfachen Überlegungen hinsichtlich (s) und (t) wird die ganze Relativitätstheorie ad absurdum geführt, weil sie nur Entitäten wie (s) und (t) berücksichtigt.
Derjenige, der heute Physik studiert, wird auf der einen Seite mit Recht, auf der anderen Seite nicht mit Recht begegnen dem Gesetz von der Erhaltung der Kraft. Dieses ist zum Dogma, geworden, das man weit über die Physik ausgedehnt hat, auch auf die Physiologie. Beim Stoffwechselversuch ist die Sache brüchig. Derjenige, der rein historisch zurückgeht, wird ein unangenehmes Gefühl haben. Von der modernen Ausdeutung seiner Theorie war Julius Robert Mayer weit entfernt. Im «Überweg» ist als Fazit der Werke Julius Robert Mayers eine Zusammenfassung angegeben, die ein Kohl ist. Als Gesetz muss der Satz von der Erhaltung der Kraft in die Grenzen seiner Anwendung beschränkt wer den. Es ist geradeso wie bei einer Bank. Es geht ein gewisses Quantum Geld hinein und ein gewisse kommt heraus, ebenso wie in ein Tier ein gewisses Quantum Energie hinein- und hinausgeht. Was aber in der Bank mit dem Kapital geschieht, wie es sich bei diesem Durchgang am allgemeinen Kreislauf des Kapitals beteiligt, darüber kann natürlich nichts ausgesagt werden. Man kann natürlich solch ein Gesetz aufstellen, aber man muss sich klar sein, dass durch solch ein Gesetz die Realität nicht berührt wird. Man muss sich fragen, wie solche Gesetze einen Wirklichkeitseffekt besitzen! Dienen sie überhaupt dazu, über das Spezielle etwas auszusagen? Es gibt Gesetze, die auf dem einen Gebiet einen stärkeren Wirklichkeitseffekt haben und auf dem anderen gar keinen. Die Gesetze sind hier von solcher Anwendbarkeit, wie die Mortalitätstafel bei einer Versicherungsgesellschaft. Im Durchschnitt stimmen sie. Aber jemand, der auf dieser Basis ein Ableben im 47. Jahr versichert, richtet sich nicht danach, fühlt sich nicht verpflichtet zu sterben.
Diese Dinge sind anwendbar auf viele Naturgesetze, die heute gemacht werden. Man darf aber niemals Folgerungen ziehen, ohne sich über die Geltungsgrenzen bewusst zu sein. Diese Gesetze müssen da aufhören, wo an irgendeiner Stelle in der Wirklichkeit etwas aus einer ganz anderen Sphäre hereinkommt, als worauf das Betreffende - die betreffende Anwendung der Gesetze — sich bezieht, zum Beispiel beim Menschen. Da kommt in der Tat in seiner inneren Tätigkeit etwas herein, aus einer ganz andern Sphäre, die ebenso wenig eingerechnet ist, wenn ich das Gesetz von der Erhaltung der Kraft zugrunde lege, als das, was die Bankbeamten machen, wenn sie das Geld in Zirkulation bringen. Die Naturforscher haben richtige Gesetze, die Monisten ziehen Konsequenzen: Das ist dann Kohl. Je mehr man darauf kommt, desto mehr zeigt sich, wie notwendig es ist, einzugehen auf solche Analysis des Unsinnes, der gemacht wird, weil man keinen Zusammenhang mit der Wirklichkeit hat. Man darf sich nicht von der Wirklichkeit trennen und weiter folgern; da hat man dann gar keinen Sinn mehr für das Prägnante.
Auf dem Gebiete der Vererbungslehre wird immer etwas außer Acht gelassen, was von der größten Bedeutung ist. Eine einfache Überlegung besagt: Ist irgendein Wesen geschlechtsreif, so muss es alle Kräfteimpulse haben, die es befähigen, irgendeine Eigenschaft auf die nächste Generation zu vererben. Es darf nicht die ganze menschliche oder tierische Entwicklung betrachtet werden, sondern nur die Zeit bis zur Geschlechtsreife des Einzelwesens. Alle Impulse, die nach der Geschlechtsreife einen Einfluss haben können, müssen radikal anders behandelt werden als die ersteren.
Die Entwicklungslehre hat im neunzehnten Jahrhundert vieles geleistet, ist aber viel zu geradlinig vorgegangen. Ein großer Hemmschuh für die unbefangene Auffassung einer wirklichkeitsgemäßen Entwicklungslehre ist, dass man nicht unterscheidet zwischen dem, was in der direkten Entwicklungslinie liegt, und dem, was Anhängselorgane sind. Die Hauptorgane ergeben sich in der geraden Linie, dann hängt sich erst etwas an. Wenn man den Menschen betrachtet von der geradlinigen Entwicklung aus, kann man nicht über den Kopf hinauskommen. Nur der lässt sich in gerader Linie aus dem Tierreich herleiten, die anderen Organe nicht. Da muss man die anderen Organe als Anhangsorgane aus dem Kopf heraus entwickeln. Auf diese Verschiedenheit des Kopfes von den anderen Organen muss man kommen. Der Kopf ist mit dem 28. Jahr entwickelt; man kann nur deshalb weiterleben, weil der Kopf von dem übrigen Organismus aufgefrischt wird. Das hängt mit der pädagogischen Frage zusammen. Wir erziehen nur den Kopf; dadurch wird der Mensch vorzeitig alt. Die Entwicklung des Kopfes hat ein dreifach so schnelles Tempo wie die übrigen Organe. Der übrige Organismus ist nur eine Metamorphose des Kopfes. Da hat man ein Hereinleuchten einer physikalischen Wahrheit. Bei inneren Eigenschaften kommt es auf die Geschwindigkeit an bis herauf in die organischen Wissenschaften. Man geht auf das Innere des Menschen ein, wenn man die verschiedene Geschwindigkeit im Aufbau der Organstrukturen untersucht. Das gilt auch für die Psychologie.
In den 80er-Jahren hatte ich einen wissenschaftlichen Streit mit Eduard von Hartmann, der damals sein Lebenskonto aufstellte und das Überwiegen der Unlustgefühle über die Lustgefühle nachweisen wollte. Ich versuchte damals zu zeigen, dass diese Rechnung nicht vom Menschen selbst, sondern nur hinterher von Philosophen angestellt wird. Sie stimmt so gar nicht irgendwie mit dem Leben. Wenn irgendjemand das Konto eines Spielwarenhändlers nach seiner eigenen Wertschätzung für Spielwaren aufnehmen würde, so bedeutet das für das Geschäft selbst gar nichts. Auch das Leben selbst richtet sich nicht danach, nicht nach der Differenz von Lust und Unlust. Wie ist man überhaupt darauf gekommen, eine Rechnung anzustellen und den Wert des Lebens danach zu beurteilen?
Das hängt mit der Frage zusammen, die schon Kant aufgestellt hat, die Frage nach den synthetischen Urteilen. Ist bei der Addition (7 + 5 = 12) die (12) schon in (7) und (5) drin oder nicht? So soll man überhaupt nicht fragen. Es ist nicht möglich, die Frage überhaupt so zu stellen. Man muss sich fragen: Was ist das Erste? Beim Rechnen ist immer zuerst das Ergebnis vorhanden, und nur um eine gewisse Überschau zu haben, spaltet man das Ergebnis. (12) Äpfel habe ich; (7) hat mir die Landfrau gebracht, (5) ein anderer. Alles Operieren beruht darauf, dass das Ergebnis irgendwie gespalten wird. Die Summe ist das Subjekt, die Addenden sind das Prädikat und so weiter. Das hat deshalb eine große Bedeutung, weil sich das auch [dort] zeigt, wo die Rechnung in komplizierterer Art auftritt: beim Leben. Die Rechnung von Eduard von Hartmann «(w = I - u)» ist falsch. Das Leben legt sich gefühlsmäßig einen Wert bei: Die meisten Menschen [scheren] sich doch nicht um «(w = I - u)»; (u) kann so groß genommen werden, als man will, (w) bleibt endlich und wird nur (0), wenn /=0 oder (u = \infty).
In dem kürzlich erschienenen Buch «Vitalismus und Mechanismus» sind die Konsequenzen einer rein mechanistischen Weltanschauung gezogen und auf die Zusammenhänge gewisser sozialer Allüren hingewiesen. Warum redet man gerade auf sozialem Gebiet einen solchen Unsinn? Weil man gewohnt ist, solche naturwissenschaftlichen Vorstellungen, die wirklichkeitsfremd sind, auf dieses Gebiet zu übertragen? Da ist es anders, als wenn man in der Naturwissenschaft von solchen Begriffen ausgeht. In der Naturwissenschaft straft einen die Wirklichkeit bei Anwendung unrichtiger Begriffe Lügen, zum Beispiel: Eine nach unrichtigen Ideen gebaute Brücke stürzt ein und so weiter. In der Medizin ist es schon schwerer zu überblicken: Da sterben die Patienten, aber man kann das auf andere Gründe schieben. In der Sozialpolitik kann man es überhaupt nicht nachweisen. Trägt man solche unrichtiger Begriffe in die Politik, die Ethik und so weiter, dann schafft man unrichtige Wirklichkeiten, indem man unrichtige Begriffe verkörpert. Man sieht das heute ganz besonders in der Sucht, herüberzutragen naturwissenschaftliche Begriffe in die soziale Betrachtung.
Das hat seinerzeit begonnen. Schäffle - Mödlinger Bürgermeister, österreichischer Parlamentarier der 8Oer-Jahre - hat seinerzeit ein Buch geschrieben, worin er in dilettantischer Weise den Sozialismus abtut: «Die Aussichtslosigkeit des Sozialismus». Damals antwortete Herman Bahr mit der «Einsichtslosigkeit des Herrn Schäffle», einem Buch, das Bahr heute allerdings verleugnet.
Kjellén, ein sehr geistreicher Historiker, vergleicht den Staat mit einem Organismus. Das ist nicht richtig. Es ist erstens nur eine Analogie. Aber davon ganz abgesehen: Eine Analogie kann doch einen richtigen Weg führen. Man kann das soziale Leben vergleichen mit einem Organismus, nicht aber die europäischen Staaten. Viele Organismen sind da nebeneinander, aber zwischen diesen ist beim lebenden Organismus ein Medium, das bei den aneinandergrenzenden Staaten entfällt. Man kann die einzelnen Staaten höchstens mit Zellen vergleichen, und das Leben über die ganze Erde hin mit einem einzigen Organismus. Dann bekommt man eine fruchtbare Staatstheorie oder fruchtbare Politik. Aber ich will von solchen nicht vorhandenen Dingen nicht sprechen. Aber doch solche Gebiete sollten durchschaut werden, um zu sehen, wie bedeutungsvoll das wirklichkeitsgemäße Denken ist. Wäre man dessen eingedenk geblieben, so wären der Menschheit die Entsetzen erregenden sozialen Theorien der letzten vier Jahre erspart geblieben.
Im Hinblick auf Wilson habe ich seinerzeit darauf aufmerksam gemacht, dass dieser in seinem Werk die Anwendung der Newton’schen Gravitationstheorie auf die Staatslehre im siebzehnten Jahrhundert als überwundenen Standpunkt kennzeichnete und meinte, heute müsste der Darwinismus dafür herangezogen werden. Dabei übersieht Wilson, dass er denselben Fehler macht, den er tadelt: eine aktuelle naturwissenschaftliche Theorie auf andere Gebiete auszudehnen. Ähnliche Unwirklichkeiten leisten sich Lujo Brentano, Schmoller in München und andere.
Einer Wirklichkeits-Sozialwissenschaft entspricht es, als Wirklichkeitsfaktoren nur Löhne, Kapitalismus und Rente zu betrachten; diese drei müssen betrachtet werden. Jedes von diesen dreien hat einen anderen volkswirtschaftlichen Effekt, ist ein anderer mächtiger Faktor. Bei richtiger Behandlung werden sich für die Nationalökonomie durch die richtige Verknüpfung dieser drei nicht die jetzt geltenden, sondern zwölf neue Beziehungen finden lassen. Dann wird sich erst eine fruchtbare Nationalökonomie ergeben.
Namentlich daran fehlt es, dass in unserer heutigen Zeit nicht gesucht wird nach einer sicheren Fundamentierung der einzelnen Wissenschaften. Wenn es Menschen gibt, die versuchen, die einzelnen Wissenschaften nach den Gesichtspunkten durchzugehen, die die Geisteswissenschaft ergeben wird, so wird das riesig fruchtbar werden. Die Arbeitsmerhode muss in eine solche Richtung gelenkt werden, dass man sich kritisch zu den verwendeten Begriffen stellt. Das oben Gesagte ist zum Beispiel auch auf den Kraftbegriff anzuwenden. Man muss ausgehen von ([v] = p/m). Die Masse kann eine unbenannte Zahl sein, (p) muss der Masse äquivalent sein. Dieser Gesichtspunkt allein durchgeführt, dass Masse, selbst im kleinsten Massenpunkte äquivalent ist mit der Schwerkraft, gibt etwas ungeheuer Fruchtbares. Selbst in der Masse steckt etwas Schwerkraftartiges.
Man stellt nie die Frage in den Vordergrund: Was geschieht im Innern der Dinge? Es dürfen keine Unwirklichkeiten in die naturwissenschaftliche Betrachtung eingeführt werden, zum Beispiel eine Uhr, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt. Man darf notwendigerweise nicht über eine Eigenschaft Schlüsse ziehen, wenn eine andere Eigenschaft alteriert wird.
Gegenstand der Schlussbesprechung war: Die Erde folgt in einer Spirale der Sonne nach.
Der Korrektionsfaktor, der in den Bessel’schen Tabellen empirisch angebracht ist, würde verschwinden, wenn man das dritte Theorem von Kopernikus auch anwenden würde.