Zweiter Vortrag

GA 209/1921-11-27/p030 ·1921-11-27 · original (original)
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Für denjenigen, der vom geistigen Gesichtspunkte gerade das heutige Leben verstehen will, tritt als etwas sehr Wichtiges dieses Erleben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt heran, wenn er zum zweiten Male in das Reich der Archangeloi kommt. Wir sehen heute über das Erdenrund, wie die Völker in einer falschen Weise auf ihre Nationalität, auf ihre Volkstümlichkeit, auf ihr Sprachtum hinschauen. Und vieles von dem, was in der katastrophalen Zeit im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in der Menschheitsentwickelung des Abendlandes aufgetaucht ist, wird nur erklärlich, wenn man es unter solchen Gesichtspunkten betrachtet. Wer das Leben eben innerlich anthroposophisch, geisteswissenschaftlich anschaut, der muß hinschauen heute bei vielen Menschen auf deren voriges Erdenleben als ein solches, in dem die Menschen in den Materialismus nach und nach sich eingesponnen hatten. Sie kennen alle die Tatsache, daß in normaler Weise eine längere Zeit verfließt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Allein gerade in der heutigen Erdenentwickelung sind viele Menschen, welche nur kurze Zeit gehabt haben zwischen ihrem letzten Tode und ihrer diesmaligen Geburt, und sie haben sich schon in ihrem vorigen Erdenleben wenig durchdrungen mit Menschenliebe, mit idealen Empfindungen. Sie waren schon in diesem vorigen Erdenleben auf die bloße Nützlichkeit bedacht. Und dadurch wurde ihnen bei der zweiten Berührung mit dem Reich der Angeloi zwischen Tod und neuer Geburt eigentlich alles dasjenige zubereitet, was jetzt in einer so üblen Weise herauftaucht im Leben des Abendlandes.

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Cite: GA 209/1921-11-27/p030 · edition original