{"corpus":"steiner","locus":"GA 191/1919-11-15/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ja, sehen Sie, wenn das Denken nicht luziferisch wäre, dann würden die meisten Menschen der Erde, alle diejenigen, die nicht luziferisch denken, so denken, wie einer derjenigen Menschen, der am wenigsten luziferisch dachte; das ist Goethe. Goethe gehört zu denjenigen Menschen, die am wenigsten luziferisch dachten, die in einer gewissen Beziehung darauf ausgingen, den luziferischen Mächten kühn ins Angesicht zu schauen. Das aber macht notwendig, sich möglichst ans konkrete Einzelne zu halten. In dem Augenblick, wo man generalisiert, wo man vereinheitlicht, naht man sich schon dem luziferischen Denken. Wenn Sie jeden einzelnen Menschen, jedes einzelne Tier, jede einzelne Pflanze, jeden einzelnen Stein für sich betrachten würden, mit Ihrem Denken nur das einzelne Objekt ins Auge fassen würden, nicht Gattungen und Arten bilden würden, nicht generalisieren würden, nicht vereinheitlichen würden im Denken, dann würden Sie allerdings wenig von luziferischem Denken aufnehmen. Aber wer das schon als Kind machen würde, würde ja heute in allen Schulen gleich in der ersten Klasse durchfallen! Darum kann es sich also gar nicht handeln. Es geht heute darum, einzusehen, daß das allgemeine Denken, dasjenige Denken, das insbesondere im heidnischen Wesen heimisch war, nach und nach überhaupt versiegt. Die Menschen sind nicht mehr so veranlagt, daß dieses luziferische Element der Vereinheitlichung ihnen viel Nutzen stiften kann auf der Erde. Dafür sorgt eben der Umstand, daß die gottgeschaffene menschliche Natur allmählich nachgekommen ist in der Entwickelung, mit der Erde, mit dem Irdischen verwandt geworden ist. Dadurch, daß der Mensch mit dem Irdischen verwandt geworden ist, dadurch ist er heute weniger verwandt — schon durch sein Naturell selber mit dem luziferischen Element, das ihn eigentlich von der Erde abbringen will.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1919-11-15","location":null,"word_count":271,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/191/1919-11-15/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/191/1919-11-15/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/191/1919-11-15/p012","paragraph_aligned":true}],"translation_faults_against":[{"locus":"GA 191/1919-11-15/p012","lang":"en","edition":"English","translation":"Dorothy S. Osmond (rsarchive SBC1976)","kinds":["substitution"],"note":"This sentence overstates the German. The German says that if thinking were not luciferic, most people would think like one of those who thought least luciferically, namely Goethe. The translation says 'one whose thought was utterly non-Luciferic', turning a comparison into an absolute.","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/191/1919-11-15/p012?edition=English"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1919-11-15_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}